Wie funktioniert- Ein Smart Grid?

Der dezentrale Ausbau von Wind- und Solarstromanlagen stellt die Architektur des bestehenden Stromnetztes in Frage. Dabei geht es nicht nur um den Ausabau des Stromnetzes, sondern um den Umbau- das Stromnetz wird "smarter". 

Gleichgewicht

In ein Stromnetz darf grundsätzlich immer nur so viel Strom eingespeist werden, wie auch verbraucht wird. Wenn sich Einspeisung und Verbrauch nicht mehr die Waage halten, wird das Netz instabil, im schlimmsten Fall droht ein Blackout. In klassischen Stromnetzen ist dieses Gleichgewicht vergleichsweise einfach zuerhalten. Denn Einspeise- und Verbraucherseite sind klar getrennt: Der Strom wird in wenigen zentralen Kraftwerken erzeugt und den Verbrauchern bereitgestellt. In dieser Einbahnstraße reicht es, wenn die Kraftwerke auf unerwartete Verbrauchsschwankungen reagieren.

Vielfalt

Die Herausforderung: Im Zuge der Energiewende funktioniert das Einbahnstraßen-Prinzip nicht mehr. Das bestehende Stromnetz ist zu unflexibel, um die neue Vielfalt an Erzeugungsanlagen zu koordinieren. Statt weniger Großkrafwerke gibt es immer mehr kleine und dezentrale Stromerzeugungsanlagen. Viele Verbraucher sind, z.B. durch Solaranlagen auf dem Dach, gleichzeitig Erzeuger. Wann aus Wind und Sonne Strom gewonnen wird, entscheidet in erster Linie das Wetter und nicht der Betreiber.

Das Kommunikationsnetz

In einem Smart Grid werden alle Bestandteile des Stromversorgungssystems über ein Kommunikationsnetz verbunden. Sie melden permanent ihren eigenen Status an die Netzleitstelle und empfangen Informationen zu Netzstatus, Preisen und Versorgungssituationen. So können auch die Verbraucher flexibel auf das aktuelle Stromangebot im Netz reagieren und den Verbrauch je nach Anwendung in günstigere Zeiten verschieben. Dadurch wird es möglich -anders als bisher- sowohl den Stromverbrauch als auch die Einspeisung einander anzupassen.

Smart Grid

Flash ist Pflicht! Die Animation zeigt, wie die Verteilnetze für die neuen Herausforderungen der Erneuerbaren Energien fit gemacht werden können. Die Stadtwerke der Energie-Kommune Aachen arbeiten gemeinsam mit der Technischen Hochschule in Aachen an einem "Smart Grid".