Energiegenossenschaften

Bürger, Kommunen und lokale Wirtschaft arbeiten Hand in Hand

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien bringt grundlegende Veränderungen für unsere Energieversorgung. Sichtbare Zeichen sind Windkraftanlagen in der Landschaft, Photovoltaikanlagen auf den Dächern oder Bauernhöfe mit Biogasanlagen. Wärmepumpen, Pelletheizungen und Holzhackschnitzelanlagen liefern Wärme und machen ganze Dörfer unabhängig von fossilen Energieträgern. Erneuerbare Energien schützen nicht nur das Klima, verbessern die Versorgungssicherheit und schaffen neue Arbeitsplätze sowie Einnahmen in den Regionen. Der dezentrale Charakter der Erneuerbaren Energien bietet jedem Bürger die Möglichkeit, einen aktiven Beitrag zum Umbau der Energieversorgung zu leisten: entweder durch den Bau von eigenen Anlagen oder durch eine Beteiligung an Gemeinschaftsprojekten.

Foto: FNR/Jan Zappner

In zahlreichen Bürgergruppen, Gemeinderäten oder lokalen Wirtschaftsunternehmen haben sich in den letzten drei Jahrzehnten Menschen zusammengefunden, um Erneuerbare-Energien-Projekte gemeinschaftlich in ihrer Region zu realisieren. Energiegenossenschaften erfreuen sich hierbei als Organisationsform immer größerer Beliebtheit. Denn Genossenschaften bieten vielfältige Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Darüber hinaus gilt: Jedes Mitglied hat eine Stimme. Projekte können mit vielen gleichberechtigten Partnern demokratisch und lokal verwurzelt durchgeführt werden. Allein in den vergangenen drei Jahren sind in Deutschland über 400 erfolgreiche neue Genossenschaften im Bereich der Erneuerbaren Energien gegründet worden – Tendenz steigend.

In Photovoltaik-Genossenschaften können beispielsweise viele Bürger mit überschaubaren finanziellen Beträgen den Ausbau Erneuerbarer Energien in ihrer Heimat voranbringen. Die Anlagen werden oft gemeinsam mit kommunalen Entscheidungsträgern, öffentlichen Einrichtungen und regionalen Banken initiiert. Dadurch stehen auch Dachflächen zur Verfügung – beispielsweise von kommunalen Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen –, die von Einzelnen nicht genutzt werden können. Installation und Wartung übernehmen oft Handwerksbetriebe aus der Region.

Neben der Energiebereitstellung durch Sonne und Co. können auch Nahwärme- und Stromnetze durch Energiegenossenschaften betrieben werden. Seit mehr als 100 Jahren sind in vielen Regionen Deutschlands Genossenschaften als etablierte regionale Energieversorgungsunternehmen tätig. In jüngerer Zeit werden mit genossenschaftlichen Nahwärmenetzen die angeschlossenen Haushalte kostengünstig mit Energie – etwa aus einer Biogasanlage – versorgt. In genossenschaftlichen Bioenergiedörfern wird die Energieversorgung vollständig in die Hand der Bürger übertragen. Vorteil bei diesem Konzept: Landwirte, Bürger und Gemeinde arbeiten Hand in Hand, beschließen gemeinsam Entscheidungen, die sie direkt betreffen, und fördern zudem die kommunale Wertschöpfung.

Energiegenossenschaften ermöglichen das gemeinsame Engagement verschiedener Akteure vor Ort und vereinigen gesellschaftliche, wirtschaftliche, kommunale und umweltpolitische Interessen. Die Genossenschaft ist zudem eine besonders insolvenzsichere Rechtsform. Die hier versammelten Beispiele zeigen die große Bandbreite der Energiegenossenschaften in Deutschland – organisiert durch Bürger, Landwirte und Unternehmen, aber auch durch Kirchen, Solarvereine, Belegschaften und Kommunen.

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Die neuesten Daten und Fakten

Die aktuelle Umfrage des Deutschen Genossenschafts-und Raiffeisenverbands zeigt die wachsende bedeutung von Energiegenossenschaften in der Energiewende.
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