Wie funktioniert- Ein Integriertes Quartierskonzept?

Immer mehr Kommunen setzen bei der Erfüllung ihrer baulichen Klimaschutzziele auf ein integriertes Quartierskonzept. Was steckt hinter diesem Begriff, und was sind seine Vorteile?

Die klassische Einzellösung

Bei der energetischen Sanierung von Wohnraum wird klassischerweise jedes Gebäude einzeln geplant. Ziel ist es, die Energie- und Klimabilanz jedes einzelnen Hauses für sich zu optimieren. Wichtige Anlaufspunkte für eine optimale Einzelsanierung bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien sind:

  • Zusätzliche Wärmedämmung
  • Effektive Lüftung
  • Adequate Warmwasserversorgung
  • Moderne Heizungsanlagen

Integrierte Quatierskonzepte

Aus stadtplanerischer Sicht ist es jedoch oftmals wirkungsvoller, die Planung über das Einzelhaus hinaus auf ganze Gebäudegruppen oder Quartiere auszudehnen. Denn besonders im städtischen Raum stehen Gebäude selten für sich allein, sondern in vielfältiger Beziehung zu ihrer Umgebung. Dabei spielen technische Belange ebenso eine Rolle wie wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aspekte. Integrierte Quartierskonzepte berücksichtigen diese Zusammenhänge, wodurch nicht nur eine höhrere Gesamteffizienz erzielt wird, sondern auch eine nachhaltigere Stadentwicklung vorangetrieben werden kann. 

Wärmenetze und Erneuerbare Energien

Besonders in Sachen Wärmeversorgung macht die Planung auf Quartiers- und Statteilebene eine erfolgreiche Sanierung durch die Nutzung von Synergien möglich. Gerade dicht bebaute und bewohnte Gebiete können durch ein gemeinsames Wärmenetz sparsamer versorgt werden, als wenn jeder Haus- oder Wohnungseigentümer eine eigene Heizungsanlage betreibt. Die Wärme hierfür kann regenerativ in einem Biogas-Blockheizkraftwerk oder einem Holzheizkraftwerk bereitgestellt werden. Auch Solarthermieanlagen in Verbindung mit Erdwärmespeichern und Wärmepumpen eignen sich hierzu. Besonders Fernwärmenetze erlauben es, auch Stadtgebiete mit Erneuerbaren Energien zu versorgen, die selbst kaum über Fläche für solche Anlagen verfügen. So kann auch in innenstädtischen und denkmalgeschützten Quartieren ein geringerer CO2-Aussoß erzielt werden. 

Klima- und Denkmalschutz vereinbaren

Die energetische Sanierung von Altbauten und Baudenkmälern gilt als schwierig. Denn gerade die effektive Außendämmung von Fassaden stellt einen unerwünschten Eingriff in das wertvolle Stadtbild dar. Auch Solaranlagen lassen sich nur selten in die historische Architektur integrieren. Im Maßstab ganzer Quartiere jedoch lassen sich selbst mit behutsamen Wärmedämmungmaßnahmen Energieeinsparungen von 40 Prozent und mehr erreichen, was beispielsweise die energetische Sanierung der Göttinger Altstadt beweist. Zusätzliche können energieeffiziente Neubauten in der Nachbarschaft die Energie-und CO2-Bilanz des ganzen Quartiers aufwerten. So lässt sich etwa eine Solaranlage auf einem benachbarten Neubau auch für das denkmalgeschützte Gründerzeithaus daneben nutzen.

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Die südhessische Energie-Kommune Odenwaldkreis setzt beim Ausbau der Erneuerbaren Energien auf Bürgerbeteiligung. Neben der erfolgreichen regionalen Energiegenossenschaft haben die Gemeinden einen gemeinsamen Flächennutzungsplan im Teilbereich Wind.