Gute Nachbarn - Starke Kommunen mit Erneuerbaren Energien

Biomasse-Fernwärme der Stadtwerke Neustrelitz

Im Jahr 2005 haben die Stadtwerke Neustrelitz, eine 100-prozentige Tochter der Stadt Neustrelitz, ein Biomasse-Heizkraftwerk gebaut. Bei einer installierten Gesamtleistung von 25 Megawatt produziert es jährlich 43 Millionen Kilowattstunden Strom. Als Brennstoff dienen Hackschnitzel aus unbehandeltem Waldrestholz sowie Baum- und Strauchschnitt. Die Abwärme des Holzheizkraftwerks deckt 80 Prozent der städtischen Fernwärme.

Das Waldrestholz fällt überwiegend bei der regionalen Durchforstung an. Um insgesamt aber unabhängiger von der Preisentwicklung auf dem Restholzmarkt zu werden, kommen darüber hinaus künftig auch Holz von Energieplantagen und Pellets aus Chinaschilf zum Einsatz.

Grund für den Bau des Biomasseheizkraftwerkes waren die steigenden Erdöl- und Erdgaspreise. Die Stadtwerke Neustrelitz wollten ihren Bürgern stabilere Fernwärmepreise anbieten. So konnte bereits ein Jahr nach der Inbetriebnahme der Wärmepreis gesenkt werden. Neben positiven Effekten für den Arbeitsmarkt erhofft sich die Stadt Neustrelitz eine attraktive Voraussetzung für Betriebsansiedlungen, die von der günstigen Abwärme profitieren können. Darüber hinaus werden jährlich 14.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Da das Projekt mitten in der Stadt Neustrelitz realisiert wurde, kam der Einbeziehung der Öffentlichkeit eine besondere Bedeutung zu. Um eine möglichst hohe Akzeptanz zu erreichen, wurden die wichtigsten Projektschritte der Öffentlichkeit im Voraus bekannt gegeben. Es wurden eine intensive Informationspolitik betrieben, Materialien angefertigt, Informationsveranstaltungen organisiert, Besichtigungen durchgeführt und das Thema an Schulen herangetragen.

Um die hohe Transparenz zu visualisieren, wurde eine Seite des Kraftwerkes mit einer gläsernen Wand gebaut. Dazu wurden ein "grüner Gürtel" um den Standort angelegt und verschiedene Arten von Bäumen und Sträuchern gepflanzt. Die öffentlich zugängliche Anlage wurde mit Informationstafeln zu den einzelnen Pflanzenarten ausgestattet. Als nächster Schritt soll in direkter Nachbarschaft zum Biomasse-Heizkraftwerk ein "Landesinformations- und Demonstrationszentrum Erneuerbare Energien" entstehen. Der Erfolg des Projektes lag insbesondere am hohen Engagement aller Beteiligten vor Ort. Das Projekt wurde von der Idee über die Planung bis zur Fertigstellung von einem erfahrenen Planungsbüro betreut. Dazu kam die hohe Transparenz und intensive Öffentlichkeitsarbeit, die zu einer hohen Akzeptanz des Projektes beigetragen haben.