Bonn
"Zur Nutzung Erneuerbarer Energien und einer effizienten Energieverwendung gibt es keine Alternativen. Ein Wirtschaftssystem auf der Grundlage fossiler Rohstoffe ist ursächlich für den Klimawandel und langfristig nicht überlebensfähig."
Bärbel Diekmann, Vorsitzende im Weltbürgermeisterrat gegen den Klimawandel (WMCCC).
Die Stadt Bonn ist sich ihrer Vorbildfunktion gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern bewusst, die sie durch den Einsatz regenerativer Energieträger und der effizienten Bewirtschaftung der eigenen Liegenschaften hat. Bevor das Erneuerbare-Energien-Gesetz auf Bundesebene eingeführt wurde und eine kostengerechte Vergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen sicherstellte, hatte die Stadt Bonn zwischen 1995 und 1999 durch eine entsprechende Einspeisevergütung einen deutlichen Impuls zum Bau von Photovoltaikanlagen gegeben.
Nach einer systematischen Analyse weiterer Einsatzmöglichkeiten und vorhandener Potenziale für regenerative Energien folgten in Bonn weitere Maßnahmen. Dazu zählten der Bau von über 50 Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden, die Errichtung von Solarabsorberanlagen in städtischen Freibädern, zwei klärgasbetriebene Blockheizkraftwerke, die Installierung einer Holzhackschnitzelheizung in einem Schulzentrum, das Angebot von "Grünem Strom" durch die Stadtwerke Bonn und im Jahr 2007 ein eigenes Förderprogramm für solarthermische Anlagen.
Aktuell (Ende 2007) wird der Bau eines Biomassekraftwerks geprüft. Eine Verpflichtung zur Nutzung regenerativer Energien beim Wohnungsbau in Zusammenhang mit einem anspruchsvollen Wärmedämmstandard befindet sich in der politischen Beratung.
Zwei Drittel der Wärme- und Kälteenergie für das World Congress Center Bonn wird von bodennaher Geothermie geliefert. Insgesamt zehn große Liegenschaften in Bonn greifen auf dieses Potenzial zu.
Neben dem unmittelbaren Einfluss der Stadt Bonn besitzen die Öffentlichkeitsarbeit sowie schulische Bildungsprojekte einen hohen Stellenwert. Seit 11 Jahren werben die Bonner Solarwoche und seit dem Jahr 2007 die Bonner Energietage anschaulich und konkret für den Einsatz erneuerbarer Energien. Von 2005 bis 2007 stand die Sonnenenergie im Mittelpunkt eines gemeinsamen Projektes zwischen einer Bonner und einer Schule in Buchara (Usbekistan), das von der EU gefördert wurde.
Für ihr Engagement wurde die Stadt Bonn 2004 mit dem Europäischen Solarpreis der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V., EUROSOLAR, ausgezeichnet.








