Bürgerwindpark Ellhöft
Die nordfriesische Grenzgemeinde Ellhöft konnte sich dank eines Bürgerwindparks eine alternative Einnahmequelle schaffen und so die finanzielle Unabhängigkeit bewahren. Viele andere Gemeinden in der Region sind aufgrund der Stilllegung von landwirtschaftlichen Betrieben bankrott und auf Zuwendungen des Landes Schleswig-Holstein angewiesen.
Mit einer 20-köpfigen Interessengemeinde hat diese norddeutsche Erfolgsgeschichte Mitte der neunziger Jahre im Dorf Ellhöft begonnen. Erster Schritt war die Suche nach einer geeigneten Fläche für das Bürger-Projekt. Dazu wurden verschiedene Gutachten in Auftrag geben. Als Ergebnis wurde die ausgewiesene Fläche nach Norden verschoben. Grund dafür war, dass dort die geringste Auswirkung durch Schall und Schattenwurf zu erwarten war.
Durch die behutsame Suche nach einem geeigneten Standort konnte die Akzeptanz vor Ort erheblich verbessert werden. Der Bürgerwindpark ging mit 50 Gesellschaftern im Sommer 2000 ans Netz. Der Park mit 8,4 MW erfreut sich seitdem hoher Beliebtheit im Dorf. Das liegt insbesondere an einem ausgeklügelten Pacht-, Nutzungs- und Ausschüttungsmodell. So erhalten beispielsweise auch Eigentümer von Grundstücken, die nicht selbst Standort der Anlagen sind, aber in deren Nähe liegen, Pachtzahlungen. Darüber hinaus vergüten die Betreiber diejenigen Flächen, auf denen Wege zu den Windkraftanlagen gebaut werden.
Für die Finanzierung der Investitionen in Höhe von 8,5 Millionen Euro konnte die örtliche Raiffeisenbank gewonnen werden und Aufträge erhielten nur Unternehmen aus der Region. Neben Handwerkern, Windmüllern, der Raiffeisenbank und Landeigentümern ist die Gemeinde der größte Nutznießer des Windparks. Inzwischen fließen jährlich 80.000 Euro Gewerbesteuer in die Gemeindekasse.








