Freiamt im Schwarzwald
In der Gemeinde Freiamt hat man sich 1997 entschlossen, mit dem Bau von Windenergieanlagen als Bürgerbeteiligungsmodell einen Beitrag zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zu leisten. Gemeinsam wurde im Oktober 2000 eine Bürgerbeteiligungsgesellschaft mit fast 150 Gesellschaftern, davon rund 50 aus Freiamt, gegründet. Als 2001 die ersten Windkraftanlagen ans Netz gingen, lud die Gemeinde zum Volksfest ein, zu dem mehr als 3.000 Menschen kamen. Es gab einen ökumenischen Gottesdienst, danach feierte die Gemeinde im Festzelt mit Musikkapelle die Inbetriebnahme der Anlagen. So schaffen Erneuerbare Energien ein Gemeinschaftsgefühl und eine höhere Identifikation mit dem Dorf.
Das Windkraft-Projekt war so erfolgreich, dass im Jahr 2004 weitere Anlagen gebaut worden sind. Die Entscheidungen zum Bau der Windkraftanlagen fielen im Gemeinderat einstimmig. In der Gemeinde sind viele Bürger in einem Förderverein organisiert, der sich für den Ausbau von Erneuerbaren Energien einsetzt. Dadurch werden schon im Vorfeld viele Fragen geklärt und neue Projekte angeschoben.
Zur Windenergie kam die Energieerzeugung aus Sonne und Biomasse und in beschränktem Umfang auch aus Wasserkraft. Heute produzieren vier Windkraftanlagen, 125 Photovoltaikanlagen und zwei Biogasanlagen mehr Strom, als in der Landgemeinde Freiamt benötigt wird.
Nahwärmenetze mit der Abwärme aus den Bioenergieanlagen, Biogasanlagen und Solaranlagen zur Gewinnung von warmem Wasser und Hackschnitzelheizungen leisten weitere Beiträge zur umweltfreundlichen Energiegewinnung und CO2-Minimierung. In der Streugemeinde mit vielen Einzelgehöften ist die Möglichkeit der dezentralen Energiegewinnung gerade im Bereich der Biomasse und der Sonnenenergie für viele Bewohner ideal.
Mit dem in Freiamt produzierten Strom und der Wärme aus Erneuerbaren Energien werden regionale Wirtschaftskreisläufe angekurbelt. Dabei steht weniger die Gewerbesteuer im Vordergrund, als vielmehr die regelmäßigen Einkünfte aus den Einnahmen der Stromerzeugung und den Bürgerbeteiligungen an Großanlagen in der Gemeinde. Hinzu kommen die Aufträge an örtliche Unternehmen, zum Beispiel für das örtliche Baugewerbe. Die Biogasanlagen tragen dazu bei, dass die nachwachsenden Rohstoffe von den Feldern geerntet und die Landschaft offen gehalten wird. Der für die ländliche Gemeinde gefundene Energiemix passt hervorragend zu den hiesigen Strukturen und wird weiter aktiv von der Gemeinde ausgebaut.








