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Solarthermische Anlage im Freibad Borssum

Foto: Agentur für Erneuerbare Energien

Das Beispiel des Borssumer Freibades in Emden zeigt, dass Erneuerbare Energien bei cleverem Management win-win-Lösungen generieren können. Die ursprüngliche Heizanlage des Freibades war veraltet und musste ausgetauscht werden. Die Entlastung des Haushalts durch Reduzierung der Energiekosten stand für die Stadt Emden im Vordergrund und deshalb favorisierte sie den Einsatz einer Solaranlage. Ein Ingenieurbüro wurde beauftragt ein Konzept zu erstellen. Unter zwei Aspekten sollte der Einsatz einer Solaranlage überprüft werden: ob es betriebwirtschaftlich sinnvoll und technisch zu realisieren sei. Schnell wurde deutlich, dass eine Solaranlage technisch möglich ist. Auch betriebswirtschaftlich schien ein Einbau sinnvoll. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 350.000 Euro. Durch die jährlich eingesparten Energiekosten amortisiert sich die Anlage innerhalb von 9 Jahren.

Im Mai 2002 wurde die solarthermische Anlage in Betrieb genommen. Durch eine optimale Konzeption können 95% des vorher eingesetzten Erdgases und mehr als 956 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden. Das Beckenwasser wird vornehmlich durch eine 1900 m2 große Solaranlage erwärmt. Dafür wurden 500 m2 Solarabsorber auf dem Dach des Freibades und 1400 m2 auf dem Dach des benachbarten Supermarktes montiert. Sind bei schlechtem Wetter die insgesamt 50 km langen Rohrleitungen des Absorbers nicht ausreichend, um das Beckenwasser auf mindestens 23 Grad Celsius zu erwärmen, wird das Wasser zusätzlich mit Hilfe einer Wärmepumpe oder einer Brennwertheizung aufgeheizt. Die Erwärmung des Duschwassers erfolgt mit Hilfe einer 12,5 m2 großen Solarkollektoranlage.

Die neue Solaranlage versorgt schon seit über 5 Jahren neben dem Freibad auch den angrenzenden Supermarkt mit Wärme. Damit werden die Vorteile solarthermischen Energiegewinnung auch außerhalb der Badesaison ganzjährig genutzt.

Doch das Besondere an der Anlage ist seine wechselwirkende Nutzung. Die Absorber führen die Sonnenwärme vom Dach des Supermarktes ab. Dies trägt vor allem an besonders heißen Sommertagen zu einer beachtlichen Reduzierung der Energiekosten für die notwendige Kühlung des Supermarktes bei.

Neben dem technischen findet auch ein wirtschaftlicher Fortschritt statt. Die gesamte Anlage zur Wärmeversorgung ist im Besitz der Stadtwerke Emden. Diese treten gegenüber der Stadt Emden als Besitzer des Freibades und gegenüber dem Betreiber des Supermarktes als Energie-Contractor auf und verkaufen lediglich die benötigte Energie. Der Betrieb, die Wartung und die Instandhaltung obliegt den Stadtwerken, die die Anlage unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten betreiben. Dadurch ist die Stadt Emden zwei große Sorgen los. Zum einen musste die marode Heizanlage nicht aus der klammen Stadtkasse saniert werden und zum anderen sind die Betriebkosten für das Freibad deutlich gesunken. Auch die Bürger müssen für ihr Badevergnügen keinen erhöhten Eintrittspreis aufgrund von steigenden Energiekosten zahlen.

 


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