Vöhrenbach im Schwarzwald
Die kleine Gemeinde Vöhrenbach (rund 4000 Einwohner) im Schwarzwald hat aus eigener Kraft ein altes Wasserkraftwerk wieder in Betrieb genommen. Das Anfang der 1920er Jahre erbaute Wasserkraftwerk lieferte bis zur Stilllegung 1969 zuverlässig Strom. Anfang der 1990er reaktivierte eine Bürgergesellschaft das Wasserkraftwerk. Über eine Beteiligungsgesellschaft hatten die Anwohner die Möglichkeit, an dem Projekt mitzuverdienen. Von den Investitionskosten über 1,1 Millionen DM wurden über 700 000 DM durch Anteile der Anwohner gedeckt. Dies führte zu einer hohen Akzeptanz im Ort. Schon 1998 konnte das Ausleitungskraftwerk mit einer Kapazität von 434 Kilowatt den Betrieb aufnehmen.
In einem nächsten Schritt wurde die zum Wasserwerk gehörende 25 Meter hohe und 143 Meter lange Talsperre saniert. Dafür wurde im April 1999 der Förderverein "Rettet die Linachtalsperre" e.V. gegründet. Die Bürgergesellschaft konnte die Unterstützung der Gemeinde für sich gewinnen. Die Gesamtkosten der Sanierung betrugen über 6,4 Mio. Euro, und die Stadt Vöhrenbach konnte dank der Zuschüsse der Landesstiftung Baden-Württemberg, dem Landesdenkmalamt und dem Engagement der Bürger vor Ort das Projekt realisieren. Obwohl die Sanierung für die Gemeinde nicht gerade billig war, steht der Ort hinter dem Projekt. Die Anwohner sind stolz auf ihr lokales Wahrzeichen.
Künftig erzeugt das Kraftwerk rund 1,2 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Doch die Talsperre liefert nicht nur Strom und somit Einnahmen für die Gemeinde und deren Kommanditisten. Die sanierte Linachtalsperre mit dem aufgestauten See ist wieder zu einem beliebten Ausflugsziel geworden.
