Windpark Fruges (Frankreich)
Auf dem Gebiet der Großgemeinde Fruges nahe der französischen Kanalküste errichtet die OSTWIND-Gruppe das derzeit größte Windenergieprojekt Frankreichs mit insgesamt 70 Enercon-Anlagen und 140 Megawatt Leistung. Die Windräder sind auf mehrere kleinere Windparks über das Gemeindegebiet verteilt und werden so viel Strom produzieren wie ein mittleres Kohlekraftwerk. Im Februar 2008 wurde der neue Windpark feierlich eröffnet, begleitet von einem Aktions- und Informationswochenende rund um Erneuerbare Energien und regionale Wertschöpfung.
Bürgermeister ergriff die Initiative
Die Initiative für den Windpark ging vom örtlichen Bürgermeister und Kantonspräsidenten Jean-Jacques Hilmoine aus. Er wollte aus der strukturschwachen Region eine Energiehochburg machen und beauftragte das deutsche Unternehmen Ostwind mit der Planung und Errichtung eines Windparks.
Umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit vor Ort
Zunächst war die Bevölkerung von Fruges ziemlich skeptisch, da Windräder natürlich deutlich sichtbare Elemente in der Landschaft sind. Um Vertrauen zu gewinnen, setzte Ostwind von Anfang an auf Transparenz und Einbeziehung der Bevölkerung vor Ort. Das Projekt wurde auf zahlreichen Bürgerveranstaltungen und Tagen der offenen Tür präsentiert. Computersimulationen zeigten, wie sich die Windräder später in die Landschaft einfügen würden.
Projekt drohte zu scheitern
Obwohl sich bei den zahlreichen Gesprächen mit Behörden, Unternehmen und Bürgern keine Konflikte abzeichneten, kam es am Ende des Genehmigungsverfahrens doch noch zu Problemen. Der Präfekt legte Widerspruch ein, es gab plötzlich eine Unterschriftenliste gegen das Projekt und es drohte zu scheitern. Auf einmal beschäftigte sich sogar die französische Nationalversammlung mit einem Gesetz gegen Windenergie. Doch insbesondere das Engagement des Bürgermeisters und Kantonspräsidenten führte dazu, dass ein Vermittlungsausschuss gegründet wurde. Dort bot sich dann die Gelegenheit, mit guten Argumenten zu überzeugen. Die neuen Kenntnisse und Erfahrungen flossen in ein neues Gesetz ein, das heute die Planung von Windparks in Frankreich regelt.
Windenergie schafft Arbeit
In Fruges sind nun mehrere Teams mit je 15 Arbeitern ein Jahr lang mit dem Bau des Windparks beschäftigt. Anschließend stellen 30-40 Leute Betrieb, Service und Wartung sicher. Viele Mitarbeiter sind stolz, beim Aufbau des Windparks dabei zu sein. Sie sind überzeugt, dass die Gemeinde einen Beitrag zum Klimaschutz leistet und von der Windenergie wirtschaftlich und sozial profitieren wird.
Bürger sammeln erste positive Erfahrungen
Viele der anfänglichen Vorbehalte sind mit dem Betrieb der ersten Windräder bereits ausgeräumt worden. Im Gegensatz zu den Befürchtungen vieler Jäger zeigt sich, dass die Windenergie dem Wild keinen Schaden zufügt. Anwohner machen die Erfahrung, dass in 500 Metern Entfernung praktisch nichts mehr von den Windrädern zu hören ist.








