Alle Vorreiter einer vollständigen Versorgung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland auf
einen Blick.

Der Verbandsgemeinde Alzey-Land gehören 24 Ortsgemeinden an, welche die Kreisstadt Alzey ringförmig umschließen. Das rheinhessische Hügelland ist mit seinen schwach geneigten Hügeln sehr günstig für den Weinanbau. Schon die Römer kultivierten in dieser Region den beliebten Traubensaft. Neben dem Weinanbau bietet die Hügellandschaft aber auch gute Voraussetzungen für die Nutzung der Windenergie, denn dort wo Wind über waldlose Hügel weht, findet man gute Standorte für Windräder. Auf dem Boden der Verbandsgemeinde produzieren daher zwei Windparks einen Großteil des Strombedarfs der Bewohner von Alzey-Land. „Wir nutzen die Kraft des Windes für eine nachhaltige Energiepolitik und handeln so verantwortungsbewusst gegenüber den zukünftigen Generationen“, erklärt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Alzey-Land, Steffen Unger.
Schon heute erzeugen Erneuerbare-Energien-Anlagen im Alzey-Land mehr Strom als die 24.000 Einwohner verbrauchen. Dabei decken 38 Windkraftanlagen über 91 Prozent des Strombedarfs. Der Rest stammt von zwei Biogasanlagen, einem Wasserkraftwerk und 156 Solarstromanlagen. „Wir sind schon seit Langem ein Vorreiter bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien. Die Initiativen im Bereich der Windkraftnutzung kamen aus dem privaten Bereich. Wir als Verbandsgemeinde beraten, moderieren und schaffen mit der Bauleitplanung die planungsrechtlichen Grundlagen“, so Unger.
Doch die Verbandsgemeinde möchte sich nicht auf ihren Erfolgen ausruhen. Daher hat der Verbandsgemeinderat in einem Grundsatzbeschluss die Nutzung Erneuerbarer Energien in der Bauleitplanung festgeschrieben. Im Grundsatzbeschluss wird darauf hingewiesen, dass es in vielen größeren Städten nicht möglich ist, die ambitionierten Ausbausziele Deutschlands von 30 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Im Grundsatzbeschluss wird besonders auf die fehlenden Flächen oder ungünstigen Topographien in vielen Städten verwiesen.
Die Verbandsgemeinde betont, dass die Zielvorgabe, ein Drittel des Stromverbrauchs in Deutschland durch Erneuerbare Energien abzudecken, nur dann erreicht wird, wenn Kommunen mit entsprechenden Flächen und günstigen Topographien mehr machen. Im Grundsatzbeschluss heißt es dazu: „Unsere Verbandsgemeinde hat, neben den bereits ausgewiesenen Sondergebieten, noch erhebliches Potenzial an gut geeigneten Flächen für den Ausbau der erneuerbaren Energien.“ Bürgermeister Unger erklärt: „Einige Städte und Gemeinden haben andere Voraussetzungen. Sie haben nicht so viele Flächen und Potenziale für die Nutzung der Windkraft. Wir sehen uns daher in der Verantwortung, mehr zu machen als andere Kommunen.“
Um die Windkraft verstärkt zu nutzen, möchte die Verbandsgemeinde die Flächen zur Nutzung der Windkraft erweitern und im Flächennutzungsplan entsprechend ausweisen. Auch werden die schon bestehenden Flächen der Windparks erweitert. Dadurch soll das Repowering, also das Ersetzen von alten durch neuere, leistungsfähigere Windenergieanlagen, erleichtert und die Windstromernte verbessert werden. „Wir wollen verstärkt auf Wind setzen. Wir wollen die zusätzlichen Flächen für das Repowering anbieten und bestehende Standorte erweitern“, erklärt Unger. Der größte Windpark in Rheinland-Pfalz ist der von der juwi Holding in der Verbandsgemeinde Alzey-Land betriebene Park Ober-Flörsheim/Flomborn. Dort stehen derzeit 22 Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 26,8 Megawatt installierter Leistung. Diese erzeugen rund 47,5 Millionen Kilowattstunden Regenerativstrom pro Jahr. Die Verbandsgemeinde Alzey-Land würde nach einem Repowering dieses Windparks dort jährlich knapp 240 Millionen Kilowattstunden Stromertrag pro Jahr erzielen. Somit würde allein dieser repowerte Windpark mehr als das Dreifache des eigenen Strombedarfs produzieren.
Verbandsgemeinde Alzey-Land
Heike Rüttiger
Fachbereich Bauen und natürliche Lebensgrundlagen
Tel.: 06731 409117
Mail: info@alzey-land.de
Web: www.alzey-land.de