Das Städtedreieck Grafenwöhr, Eschenbach und Pressath

Im Jahr 2008 legten die Städte Gräfenwöhr, Eschenbach, Pressath den Grundstein für die gemeinsame kommunale (Strom-)Versorgung aus Erneuerbaren Energien. Dem Städtedreieck war es von Anfang an wichtig, möglichst viele Bürger und Kommunen einzubinden und diese an der Versorgung durch Erneuerbare Energie zu beteiligen. Um die verschiedenen Akteure erfolgreich unter einem Dach zu vereinen, gründeten die drei Städte eine Genossenschaft. Ein passender Name war ebenso schnell gefunden, wie die Organisationsform: NEW – das Autokennzeichen des gemeinsamen Landkreises Neustadt an der Waldnaab – ist das Kürzel der Energiegenossenschaft „Neue Energien West eG“. Die junge Genossenschaft zeigt, wie Kommunen interkommunal gemeinsam mit ihren Bürgern erfolgreich Erneuerbare Energien ausbauen und nutzen können.

Aus der Region – Für die Region
„Wir haben das Autokennzeichen bewusst als Firmennamen gewählt, um die interkommunale Zusammenarbeit in unserer Heimatregion zu betonen“, sagt Helmut Amschler, Aufsichtsratsmitglied der NEW – Neue Energien West eG. NEW steht heute somit nicht nur für den Landkreis Neustadt in der nördlichen Oberpfalz, sondern auch für die interkommunale Energiegenossenschaft. Unter dem Leitspruch „Aus der Region – für die Region“ haben sich im Februar 2009 dann zehn Städte und Gemeinden zusammengeschlossen, um bis zum Jahr 2030 ihre Energieversorgung auf Erneuerbare Energien umzustellen. Die Initiative zur Gründung der Genossenschaft ging von Amschler aus. Er entwickelte die Idee einer interkommunalen Genossenschaft und versuchte zunächst den Verwaltungsrat der Stadtwerke von seiner Idee zu überzeugen. Die Kommunalvertreter waren begeistert. „Danach bin ich mit einer einfachen Powerpoint-Präsentation bei verschiedenen Bürgermeistern und Gemeinderäten im Umkreis vorstellig geworden und habe für die gemeinsame Initiative geworben. Nach und nach habe ich alle überzeugen können“, berichtet Amschler.

Klare Trennung, aber unter einem Dach
Die NEW ist gewissermaßen das Dach für die Initiierung von Erneuerbare Energien-Projekten. An dem Gemeinschaftsunternehmen sind Kommunen und kommunale Unternehmen der Region direkt beteiligt. Auch die Bürger der Region sind an der NEW beteiligt. Sie werden aber nicht direkt Mitglied, sondern sie erwerben Anteile einer zweiten Genossenschaft, der Bürger-Energiegenossenschaft West eG (BEW). Diese Genossenschaft ist wiederum ein vollwertiges Mitglied der NEW.

Alle profitieren
Dass die Kommunen an einem Strang ziehen sieht man an folgendem Beispiel. In einer Kommune sollte ein Solarpark errichtet werden. Die Stromleitung zum Versorgungsnetz musste aber über das Gebiet der Nachbargemeinde geführt werden. Andernorts hätte der Streit um das Wegerecht unweigerlich zum K. O. für das Projekt geführt. Nicht aber unter dem Dach der NEW. „Nachdem ich geklärt hatte, dass das örtliche Energienetz zukünftig auch den Strom einer Anlage der anderen Gemeinde aufnehmen könnte, waren Neidgedanken und Wegerecht kein Thema mehr“, erläutert Amschler.

Projekte umsetzen - Ressourcen vor Ort werden genutzt
Die Genossenschaft betreibt mehrere Dach-Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 391 Kilowatt Peak und zwei Freiland-Photovoltaikanlagen mit 3,1 Megawatt Peak Leistung. Es sollen weitere  Photovoltaik-, Biomasse bzw. Holzhackschnitzel- sowie Windkraftanlagen folgen. Alles nach dem Prinzip „Ameisenhaufen“ wie es Amschler nennt. Er meint damit, dass Erneuerbare Energien dezentral verbreitet werden sollten und die Wertschöpfung in den Regionen gehalten werden muss. Regionalität, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft werden jedenfalls im Landkreis mit dem Kennzeichen NEW großgeschrieben.

Stand: November 2011

Bildergalerie

Fotos: Energiegenossenschaft NEW

Kontakt

NEW – Neue Energien West eG
Helmut Amschler
Tel.: 09641 924050
Mail: info@neue-energien-west.de
Web: www.neue-energien-west.de

Interkommunale Energiegenossenschaft

Flash ist Pflicht! Die Animation zeigt den Aufbau einer Dachgenossenschaft und die Chancen der interkommunalen Zusammenarbeit.