Gute Nachbarn - Starke Kommunen mit Erneuerbaren Energien

Geothermie

Abbildungen: So funktioniert oberflächennahe Geothermie.

Oberflächennahe Geothermie

Die Erdwärme war sicherlich bis vor wenigen Jahren die am wenigsten bekannte unter den Erneuerbaren Energien. Am weitesten verbreitet ist die Oberflächennahe Geothermie. Überwiegend kommt sie in Wohnhäusern und Gewerbebauten zum Einsatz. Viele Kommunen nutzen sie bereits für Schulen, Kindergärten, Verwaltungsbauten usw. Die Erdwärme kann mit Wärmepumpen für Heizzwecke oder für Klimatisierungsaufgaben genutzt werden. Vor allem bei größeren Neubauten sind Erdwärmesysteme konventionellen Heizungen wirtschaftlich überlegen, erst recht, wenn zusätzlich auch gekühlt werden muss.
Eine der wichtigsten Handlungsmöglichkeiten von Kommunen liegt in der Bürgerinformation. Die Geothermische Vereinigung e.V. - Bundesverband Geothermie (GtV) stellt Kommunen entsprechende Informationsmaterialien bereit. Das Material kann dem Schriftverkehr mit Interessenten beigelegt, in den Ämtern ausgelegt oder bei Bürgerversammlungen verteilt werden.

Kommunen können Bebauungsgebiete so planen, dass sie nicht auf Flächen liegen, in denen Erdwärmeanlagen zum Beispiel aus Gründen des Wasserschutzes nicht gebaut werden dürfen.
Ein weiterer Ansatzpunkt sind die Gebührensatzungen. Sie sind heute teilweise sehr unterschiedlich gestaltet. Die Spannbreite der Genehmigungsgebühren reicht von einigen zehn Euro bis in den vierstelligen Bereich bei eigentlich dem gleichen Verwaltungsakt, je nachdem in welcher Region man seine Anlage bauen lassen möchte.

Abbildung: So funktioniert Tiefengeothermie.

Tiefengeothermie

Technisch eignet sich grundsätzlich praktisch jeder tiefe Untergrund für die Erdwärmeerschließung. Langjährige Erfahrungen gibt es vor allem in Regionen mit Thermalwasservorkommen. Drei Gebiete spielen dabei eine besondere Rolle: das Norddeutsche Tiefland, das Oberrheintal und das Gebiet zwischen Donau und Alpen (das sog. Süddeutsche Molassebecken). Entlang dem Oberrhein und in Südbayern werden dabei vielfach Temperaturen angetroffen, die sich auch für eine Verstromung eignen.
Wenn die Gemeinde in einer Gegend liegt, wo die Erde in geringer Tiefe besonders warm ist, drängt sich die Erdwärmenutzung geradezu auf. Eine Übersicht zu den geologisch besonders geeigneten Regionen für die Tiefengeothermie gibt es hier.

Kommunen stark bei Tiefengeothermie

Um die Ressourcen der Tiefengeothermie erschließen zu können, braucht man entsprechend tiefe Bohrungen und damit ein hohes Investitionsvolumen. Bei den meisten der gegenwärtig in Betrieb befindlichen und der in Angriff genommenen Systeme sind die Kommunen beteiligt, entweder indirekt über ihre Stadtwerke oder direkt über kommunale Gesellschaften oder Zweckverbände.

Dabei wird der Betrieb der Wärmeverteilung und eines Fernwärmenetzes gewöhnlich in Kooperation mit kompetenten Partnern durchgeführt. Auch der Bau der Netze erfordert einen hohen Investitionsaufwand. Bislang spielten deshalb öffentliche Fördermittel eine initiierende Rolle.

Zukunftstechnologien sind das HDR- und vergleichbare Verfahren, bei dem im Untergrund vorhandene Risse und Klüfte aufgeweitet und wassergängig gemacht werden. Hier steht man in den Startlöchern. Die Wärme ist in der Tiefe überall vorhanden. Man braucht "lediglich" die passenden Verfahren, um sie an die Oberfläche zu bringen.

Praxisbeispiele

Vorbild und seit Jahren erfolgreich ist die Anlage des Zweckverbandes für Geowärme in Erding. Dort ist die Geothermie als Wärmequelle für die Verbraucher längst so attraktiv, dass nun ein weiteres Heizwerk gebaut werden muss, um der Nachfrage nachkommen zu können. Aktuelle Geothermie-Projekte, die Strom- und Wärmeerzeugung verbinden, starten gerade in Unterhaching und Landau ihren Betrieb. In Unterhaching war die Gemeinde der treibende Faktor, in Landau haben sich zwei Regionalversorger zusammengeschlossen. Ohne Thermalwasser kommt das Vorhaben der Stadt Arnsberg aus, bei dem mit einer über 3.000 m tiefen Erdwärmesonde Wärme zur Beheizung eines Freizeitbades und benachbarter Einrichtungen aus der Tiefe geholt wird. Mehr Praxisbeispiele finden Sie hier.


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