Ein Gewinn für die Region

Der dezentrale Ausbau der Erneuerbaren Energien generiert neue Steuereinnahmen in den Kommunen, schafft Arbeitsplätze und verbessert somit die Kaufkraft in der Region. „Kommunale Wertschöpfung“ heißt das Schlagwort, das diese Vorteile der dezentralen Energiewende umschreibt. In Deutschland haben die Erneuerbaren so allein im Jahr 2011 rund neun Milliarden Euro generiert. Aber was steckt genau hinter diesem Begriff? Und wie können Kommunalentscheider schon im Vorfeld die Wertschöpfung errechnen?

Viele Tausende von Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien werden lokal in den Kommunen von einer Vielzahl von Akteuren betrieben. Die Wertschöpfung bleibt dabei – anders als bei fossilen Energien – vor Ort und fließt in Form von Einkommen, Unternehmensgewinnen, vermiedenen Brennstoffkosten sowie Steuern und Abgaben wieder in den volkswirtschaftlichen Kreislauf zurück. Den Kommunen bringen diese Mittel neuen Spielraum: Schulen werden saniert, Straßen ausgebessert, Vereine gefördert.

Gleich 3 Wertschöpfungseffekte für die Kommune: Steuereinnahmen, Gewinne & Einkommen aus Beschäftigung

Jede Wertschöpfungskette besteht aus den vier Wertschöpfungsstufen: Planung und Installation, Produktion von Anlagen und Komponenten, Betrieb und Wartung, Betreibergesellschaft. Die einzelnen Stufen setzen sich wiederum aus drei Wertschöpfungseffekten zusammen: Steuern für die Kommune, Gewinne, Einkommen aus Beschäftigung. Diese können jeweils auf die Einheit (Kilowatt) der installierten Leistung einer Anlage bezogen werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Erneuerbare Energien zahlen sich aus
Die Erneuerbaren Energien ermöglichen so vielen strukturschwachen Regionen ein neues wirtschaftliches Standbein. Die am Ort errichteten Anlagen bringen Geld in die klammen Kassen der Kommunen, ohne dass sie selbst in großem Maße Investitionen tätigen müssen. Gemeinden und Städte profitieren aber nicht nur von diesen direkten Steuereinnahmen – zur Wertschöpfung gehört auch die Steigerung des allgemeinen Wohlstands in der Region. Der Landwirt ist auch Energiewirt und die Pachtpreise für ausgewiesene Flächen steigen. Hinzu kommen noch die Gewinne der ortsansässigen Betriebe sowie neu geschaffene Arbeitsplätze, die wiederum Kaufkraft in der Region binden. Es handelt sich also um eine ganze Wertschöpfungskette.

Vor allem der ländliche Raum ist Nutznießer des dezentralen Ausbaus der Erneuerbaren Energien. Denn hier stehen genügend Flächen für Windräder und den Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung. Und hier werden neue Arbeitsplätze, langfristige wirtschaftliche Perspektiven und Einnahmequellen für die Kommunen meist besonders dringend gebraucht.

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat Ende 2009 das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und das Zentrum für Erneuerbare Energien der Universität Freiburg (ZEE) damit beauftragt, die unterschiedlichen Wertschöpfungseffekte Erneuerbarer Energien auf kommunaler Ebene aufzuschlüsseln und vergleichbar zu machen. Mit einem Online-Tool können die Wertschöpfungseffekte bestehender Anlagenparks und bei einem geplanten Zubau ermittelt werden.

Wertschöpfungseffekte für Ihre Kommune ausrechnen

Mit einem Online-Wertschöpfungsrechner können Sie auf Basis von bundesweiten Durchschnittswerten für typische Beispielanlagen eine erste Orientierung berechnen lassen für die Größe der

  • Wertschöpfungseffekte
  • Klimaschutzeffekte
  • Beschäftigungseffekte

von einzelnen oder mehreren Erneuerbare-Energien-Anlagen. Rechnen Sie die Effekte für Ihre Kommune hier aus.

Kommunale Wertschöpfung konkret
Wie Kommunen von der Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien ganz konkret profitieren und wie sich die Wertschöpfungseffekte je nach Ausbaugrad und Technologie entwickeln können, war bisher wenig bekannt. Dabei spielen auch die unterschiedlichen Produktions- beziehungsweise Wertschöpfungsstufen eine wichtige Rolle, die selten vollständig innerhalb einer einzigen Kommune angesiedelt sind. Wird zum Beispiel ein Heizwerk mit Holzhackschnitzeln aus benachbarten Wäldern befeuert, kommt der Spediteur, der den Brennstoff transportiert, möglicherweise aus einer anderen Region. Die kommunale Wertschöpfung fällt somit geringer aus.

Außerdem variieren die Wertschöpfungsschritte je nach Technologie. Dabei ist auch entscheidend, ob es sich um kleine Privatanlagen handelt – wie die Solaranlage auf dem Eigenheim und die Holzpelletheizung im heimischen Keller – oder zum Beispiel um große Windenergie- oder Solarparks: Steuereinnahmen, Aufträge für örtliche Handwerker oder Pachteinnahmen fallen dann unterschiedlich aus.

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat Ende 2009 das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und das Zentrum für Erneuerbare Energien der Universität Freiburg (ZEE) damit beauftragt, die unterschiedlichen Wertschöpfungseffekte Erneuerbarer Energien auf kommunaler Ebene aufzuschlüsseln und vergleichbar zu machen. Mit einem Online-Tool können die Wertschöpfungseffekte bestehender Anlagenparks und bei einem geplanten Zubau ermittelt werden.

Beispiel Rhein-Hunsrück-Kreis

Früher entstanden im Rhein-Hunsrück-Kreis jährliche Kosten von knapp 200 Millionen Euro für Strom und Wärme, die teuer von außen gekauft werden mussten. Heute decken rund 1.500 regenerative Energieanlagen bereits zwei Drittel des Strombedarfs im Rhein-Hunsrück-Kreis. Allein die genehmigten Windräder werden bald 50 Prozent mehr Strom erzeugen als gebraucht wird. Der Landkreis wird damit zum Stromexporteur. Die Wertschöpfung vor Ort beläuft sich im gesamten Landkreis auf 3,7 Millionen Euro. Während kommunale Steuern von 240.000 Euro anfallen, summiert sich der Gewinn vor Ort auf 1,87 Millionen und das Einkommen durch Beschäftigung auf 1,59 Millionen Euro. Mehr Informationen finden Sie hier.

Wertschöpfungsrechner

Kostenloser Rechner gibt Orientierung zur Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien.

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