Als Eigentümer

In den eigenen Liegenschaften nutzt bereits eine Vielzahl von Kommunen Erneuerbare Energien zur Wärmeversorgung oder zur Stromerzeugung. Als Wärmequelle wird oft Biomasse in Form von Holzhackschnitzeln oder Pellets eingesetzt. Auch für die Nutzung von Sonnenenergie oder Erdwärme gibt es eine Reihe von Praxisbeispielen.

Darüber hinaus können Kommunen ihre Dach- und sonstigen Flächen Investoren zur Verfügungstellen und damit z.B. das Entstehen von Bürgerkraftwerken unterstützen. Bei der Ausweisung von Baugebieten und dem Verkauf kommunaler Grundstücke kann die Kommune Anforderungen an die Nutzung Erneuerbarer Energien stellen. Dabei können die Vorschriften im Bebauungsplan durch städtebauliche Verträge ergänzt werden.

Gemeinde Saerbeck
Die 7300-Einwohner-Gemeinde im westfälischen Saerbeck möchte bis 2030 ihren  Energiebedarf in der Bilanz vollständig aus Erneuerbaren Energien decken. Die erwartete Überproduktion beim Strom soll die Minderproduktion bei der Wärme und Mobilität bilanziell ausgleichen.  Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, hat Saerbeck ein integriertes Klimaschutz-und Klimaanpassungskonzept erarbeitet, neben Experten waren auch die Bürger beteiligt. Herzstück des Konzeptes ist ein Bioenergiepark auf dem Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr. Die Gemeinde kaufte das Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für knapp 1,1 Millionen Euro. Auf etwa 90 Hektar sollen Biogasanlagen, Windräder und Bürgersolarkraftwerke entstehen. Die Bürger können sich in Form einer Genossenschaft an den Solarkraftwerken und Windenergieanlagen beteiligen. Außerdem ist ein Kompetenzzentrum Bioenergie geplant, zu dem Forschungseinrichtungen und ein Energieerlebnispark für Schulklassen gehören. Und auch an der Wertschöpfung sollen die Bürger beteiligt werden. Über Beteiligungsmodelle der örtlichen Banken haben die Saerbecker die Möglichkeit, an der Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Biomasse auch finanziell zu partizipieren. Die Gemeinde Saerbeck wurde im März 2011 als „Energie-Kommune“ ausgezeichnet.