Als Vorbild

Nutzt die Kommune in den eigenen Liegenschaften Erneuerbare Energien und informiert zum Beispiel auf Schautafeln und im Internet über Funktion und Ertrag der Anlagen, hat dies eine Vorbildwirkung für die Bürger.

Kommunen können auch Initiator für die Gründung von Bürgergesellschaften zum Betrieb Erneuerbarer-Energien-Anlagen sein und diese unterstützen. Bürgerkraftwerke zeichnen sich durch hohe regionale Teilhabe und Akzeptanz aus, da die Bürger sowohl eng an der Planung als auch finanziell am Ertrag beteiligt sind. Den Gemeinden bieten sie Einnahmequellen durch Gewerbesteuern und Pachten.

Kommunale Beratungsangebote zu technischen Fragen und Fördermöglichkeiten unterstützen die Nutzung Erneuerbarer Energien von Bürgern und lokalen Unternehmen. Ergänzt werden kann die Beratung über kommunale Förderprogramme. Eine wirksame Kombination aus Bauvorschriften, kommunaler Energieberatung und Förderung hat die Stadt Baunatal im Baugebiet „Am obersten Heimbach“ umgesetzt. Für das dort entstehende Wohngebiet hat die Stadt ein Energiekonzept entwickelt, das durch den Bebauungsplan und einen städtebaulichen Vertrag fixiert ist. Das Konzept sieht vor, dass der Energiebedarf der zu errichtenden Gebäude die Werte der Energieeinsparverordnung (ENEV) um mindestens 15 Prozent unterschreitet und Erneuerbare Energien oder eine besonders effiziente Heiztechnik genutzt werden. Wie sie den vorgegebenen Rahmen genau ausfüllen, welches Heizsystem sie einsetzen, entscheiden die Bauherren selbst. Um in den Genuss der kommunalen Fördermittel zu kommen, müssen die Bauherren eine Energieberatung in Anspruch nehmen. Der Energieberater informiert über die verschiedenen technischen Möglichkeiten, über Förderprogramme und Wirtschaftlichkeit und prüft die Einhaltung der energetischen Ziele.

Für dieses positive Beispiel einer sinnvollen und klimaeffizienten Förderung wurde die nordhessische Stadt Baunatal im August 2008 als „Energie-Kommune“ ausgezeichnet.