Kommunen haben's in der Hand

Kommunen spielen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland eine zentrale Rolle: Sie sind Planungs- und Genehmigungsinstanz, können regenerative Energie für Verwaltungsgebäude, Schulen und Sporthallen nutzen, besitzen geeignete Flächen für Erneuerbare-Energien-Anlagen, können über kommunale Stadtwerke oder andere kommunale Unternehmen Strom- und Wärmenetze betreiben und sind schließlich Vorbild für Bürger und Wirtschaft vor Ort. Ohne Kommunen ist die Energiewende nicht zu schaffen.

Städte und Gemeinden haben vielfältige Gestaltungs- und Umsetzungsinstrumente. Bei der Ausweisung von Bauland und dem Verkauf kommunaler Grundstücke können sie die Nutzung Erneuerbarer Energien vorschreiben. In Flächennutzungs- und Bebauungsplänen sowie Bausatzungen können sie Kriterien für eine regenerative Energieversorgung festlegen und auf diese Weise private Investitionen in die Erneuerbaren fördern. In Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren können die für Bau, Immissions- und Naturschutz zuständigen Behörden eng mit den Projektplanern zusammenarbeiten.

Der Kommunalratgeber informiert über viele weitere Handlungsmöglichkeiten, mit denen Kommunen die regionale Versorgung durch Erneuerbare Energien erfolgreich gestalten können. 

Leitbild für eine erneuerbare Zukunft: Kommunale Energiekonzepte

Städte und Gemeinden, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben wollen, sollten sich zunächst einen Überblick darüber verschaffen, welche Energiequellen und Technologien sich bei ihnen am besten eignen und das größte Potenzial bieten. Geografische, klimatische, land- und forstwirtschaftliche Gegebenheiten spielen dabei ebenso eine Rolle wie rechtliche, wirtschaftliche, politische und soziale Aspekte. Wichtig ist auch zu klären, wie groß der Energiebedarf jeweils ist und wie er sich möglicherweise optimieren, sprich: minimieren lässt. Bei der Planung hilft ein kommunales Energiekonzept. Mehr Informationen finden Sie hier.

Energie in guter Gesellschaft: Organisations- und Beteiligungsformen

Je nach Energieart, Anlagentechnik und -größe summieren sich die Kosten für Erneuerbare-Energien-Projekte schnell auf mehrere Tausend oder sogar bis zu mehrere Millionen Euro. In Zeiten knapper kommunaler Kassen kann es für Städte und Gemeinden deshalb von Vorteil sein, sie mit Bürgern und privaten Unternehmen gemeinsam zu realisieren. Wenn sich die Menschen vor Ort finanziell beteiligen können, stärkt das auch die Akzeptanz in der Bevölkerung. Kommunen stehen dabei verschiedene Organisations- und Beteiligungsformen zur Auswahl. Mehr Informationen finden Sie hier.

Mit vereinten Kräften: Interkommunale Kooperation

In der Gemeinschaft lassen sich Projekte leichter realisieren. Gerade bei Windparks, größeren Biogasanlagen oder Geothermie-Bohrungen können hohe Anfangsinvestitionen anfallen, die von einer Kommune allein – nicht zuletzt aufgrund von Sparzwängen – in vielen Fällen kaum zu tragen sind. Interkommunale Zusammenarbeit gewinnt daher für immer mehr Städte und Gemeinden an Bedeutung. Vielen bietet erst sie die Möglichkeit, die Energieversorgung in die eigene Hand zu nehmen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Akzeptanz fällt nicht vom Himmel

Die Erneuerbaren Energien erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit und viele entsprechende Projekte werden ohne Widerstand von Seiten der Bevölkerung umgesetzt. Doch gerade bei Windparks und Biogasanlagen kann es an Akzeptanz fehlen. Sie stoßen mitunter auf hartnäckige Ablehnung von Anwohnern, die vor allem Lärm, verbaute Landschaften oder unangenehme Geruchsentwicklung befürchten. Doch die Erfahrungen zeigen: Wenn es gelingt, die Bevölkerung schon im Vorfeld umfassend zu informieren und an den Planungen zu beteiligen, wenn deutlich gemacht wird, wie jeder Einzelne profitieren und sich womöglich sogar finanziell beteiligen kann, dann stehen die Menschen vor Ort meist hinter den Energieprojekten. Mehr Informationen finden Sie hier

Förderungen nutzen

Die Förderlandschaft für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz ist äußerst vielfältig. Neben den Programmen auf Bundesebene stellen auch die EU, verschiedene Bundesländer, Kommunen und Energieversorger Mittel zur Verfügung. Einen allgemeinen Überblick über die Fördermöglichkeiten finden Sie hier

Raum optimal strukturieren

Ob Wind- und Solarenergieanlagen, Biomasse- und Geothermieanlagen oder Wasserkraftwerke: Erneuerbare-Energien-Anlagen brauchen Raum. Da diese Anlagen nicht irgendwo in der Landschaft platziert werden können, regelt das Raumordnungsrecht, ob an einer bestimmten Stelle ein Windpark oder stattdessen ein Flughafen gebaut werden soll. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kommunalatlas

Alle Vorreiter einer vollständigen Versorgung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland auf
einen Blick.

Weitere Informationen

Alle Informationen und viele Praxisbeispiele finden Sie auch im Jahresmagazin KOMM:MAG