Konflikte vermeiden

Erneuerbare Energien sind für viele Menschen noch etwas Neues – sowohl in der praktischen Nutzung als auch im Landschaftsbild. Aus diesem Grund stoßen Erneuerbare-Energien-Projekte teilweise noch auf Skepsis. Häufig fürchten Anwohner optische oder akustische Beeinträchtigungen durch größere Anlagen, insbesondere Windenergie- und Biomasseanlagen.

Wie jede Form der Energiegewinnung beziehungsweise jede bauliche Anlage sind auch Erneuerbare-Energien-Anlagen in der näheren Umgebung wahrnehmbar. Im Planungs- und Umsetzungsprozess Erneuerbarer-Energie-Projekte muss dies angemessen berücksichtigt werden, um langwierige und kostspielige Konflikte zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Kommunikation ist daher das A und O jeder größeren Projektplanung. Einen ausführlichen „Kommunikationsratgeber zum Ausbau Erneuerbarer Energien“ hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) aus seinen praktischen Erfahrungen in Dialogprozessen vor Ort erstellt. Auf den folgenden Seiten werden einige Elemente erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit im Zuge der Umsetzung Erneuerbarer Energien-Projekte dargestellt und erläutert.

Akzeptanz erfordert Information und Beteiligung
Grundsätzlich gilt: Unwissenheit durch mangelnde Information erzeugt Widerstand. Fragen und Bedenken der Menschen in der Umgebung geplanter Anlagen müssen ernst genommen und aufgegriffen werden. Das gilt für die planenden Unternehmen genauso wie für die an einem solchen Entscheidungsprozess Beteiligten in den Kommunen.

Eine mangelnde Einbeziehung der lokalen Öffentlichkeit hat das eine oder andere Projekt schon zum Scheitern gebracht. Ohne ausreichende Beteiligung drohen die Chancen Erneuerbarer Energien gegenüber möglichen Nachteilen in den Hintergrund zu treten. Transparenz und Information sind die Basis einer akzeptanzorientierten Planung. Information an sich ist aber noch kein Garant für Zustimmung. Je konfliktträchtiger ein Projekt ist, desto wichtiger sind Dialog- und Beteiligungsprozesse. ie ermöglichen allen, ihre Argumente hervorzubringen, eine Verständigung zu erzielen und Kompromisse zu schließen. Letzten Endes kommt es darauf an, den Bürgern die Vorteile des geplanten Projektes nahe zu bringen. Dabei gilt es die persönlichen Motivationen zu treffen und Handlungsbereitschaft zu wecken. Die Menschen vor Ort müssen davon überzeugt sein, dass die Erneuerbaren Energien für sie selbst von Nutzen sind.

Transparenz von Anfang an
Ideen für Erneuerbare-Energie-Projekte soll ten frühzeitig offen präsentiert werden, nicht erst bei der obligatorischen Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Genehmigungs verfahren.

Möglichkeiten dafür sind Informationstage oder öffentliche Versammlungen, bei denen bereits auf verschiedene Sorgen und Argumente eingegangen werden kann. Um eine umfassende Information der Öffentlichkeit zu gewährleisten und als Meinungsmacher ist auch die Einbindung der Lokalpresse wichtig. Bedenken sollten grundsätzlich ernst genommen und beantwortet werden – so abwegig sie Experten auch erscheinen mögen. Dabei ist es wichtig, die richtige Sprache und den passenden Ton zu treffen.

Überzeugende Argumente für Erneuerbare Energien gibt es viele. Argumentationshilfen und eine Menge Fakten liefert die Agentur für Erneuerbare Energien. Weiterhin stellt das Bundesumweltministerium eine Vielzahl von Informationsmaterialien bereit.

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