Special Windenergie
Die meisten Vorbehalte gegen die Windenergienutzung betreffen die optische Wirkung, eine mögliche Lärmbelastung und Auswirkungen auf die Tierwelt. Im Folgenden werden die gängigsten Befürchtungen genannt und entgegnet, was tatsächlich daran wahr ist. Zudem gibt es Vorschläge, wie mit berechtigten Einwänden umgegangen werden kann. Eine ausführliche inhaltliche Auseinandersetzung und Argumentationshilfe zu allen möglichen Stichworten zur Windenergie finden sie beim Bundesverband Windenergie "Windenergie von A-Z".
Landschaftsbild
Die wahrscheinlich gängigsten Stichwörter zur optischen Wirkung von Windenergieanlagen sind die "Verschandelung" oder "Verspargelung" der Landschaft. Damit verbunden ist die Furcht vor einer Wertminderung von Immobilien. Letztlich handelt es sich immer um eine subjektive Empfindung, was man als eine Bereicherung oder Verschandelung, als schön oder hässlich, fortschrittlich oder primitiv empfindet. Fakt ist, dass das Landschaftsbild im Zuge der industriellen, kulturellen und landwirtschaftlichen Entwicklung immer wieder Veränderungen unterliegt und es insofern auch eine Frage der Gewöhnung ist, was jeder einzelne als dazugehörig betrachtet und was nicht.
Schattenwurf und "Diskoeffekt"
Häufig befürchten Anwohner Schattenwurf durch die drehenden Rotorblätter (auch Schlagschatten genannt). Aufgrund der Abstandsregelungen zu Wohnhäusern ist die Zahl der Standorte, wo dies ein Problem ist, niedrig. Wenn Schlagschatten allerdings im geplanten Gebiet relesindvant , sollte es offensiv kommuniziert werden. Durch eine vorausschauende Standortwahl und Steuerungstechnik kann der Schattenwurf auf Wohnhäuser auf wenige Stunden im Jahr begrenzt werden. Ist es absehbar, dass anderweitig die Grenze einer zumutbaren Belastung überschritten würde, können die Windräder zeitweise abgeschaltet werden.
Der so genannte Diskoeffekt, verursacht durch Lichtreflexionen, kommt heute nicht mehr vor: Lichtreflexionen werden durch matte Anstriche vermieden.
Lärm
Der Stand der Windenergietechnik hat sich in den letzten Jahren stark verändert, darunter auch die Geräuschentwicklung. Die Lärmemissionen von Windrädern sind erheblich gesunken. Zudem gilt für Windenergieanlagen genauso wie für alle anderen technischen Anlagen die "Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm", kurz TA Lärm. Sie regelt die zulässige Lärmbelastung. Im Allgemeinen reicht der vorgeschriebene Abstand zu Wohnhäusern völlig aus, um die Vorschriften der TA Lärm einzuhalten. Wenn dies nicht der Fall ist, dann muss der Abstand zwischen Windkraftanlage und Wohnbebauung entsprechend vergrößert werden.
Fakt ist, dass Windkraftanlagen Infraschall verursachen. Doch der Schalldruckpegel ist wesentlich schwächer als viele andere alltäglichen Quellen und liegt unterhalb der Hörschwelle des Menschen. Laut einer Studie des Landesumweltamtes von Nordrhein-Westfalen von 2002 und anderen Studien ist Infraschall völlig harmlos.
Gefährdung durch Eiswurf
Grundsätzlich ist es im Winter möglich, dass sich auf den Rotorblättern Eis bildet, das heruntergeschleudert wird und in der Nähe befindliche Menschen verletzt. Praktisch ist noch kein solcher Fall bekannt geworden. Dennoch haben die Hersteller an Lösungen für diese Gefahr gearbeitet und so gibt es inzwischen beheizbare Rotoren, wodurch der Eisansatz vermieden bzw. reduziert wird. Bei extremen Wetterlagen können die Windkraftanlagen abgeschaltet werden. Solche Maßnahmen können gleich bei der Planung verabredet und Ängste somit aus dem Weg geräumt werden.
Auswirkungen auf die Tierwelt
Dass Windkraftanlagen Wildtiere erschrecken und vertreiben, Vögel in ihrem Flug- und Brutverhalten stören oder gar töten, sind die wesentlichen Bedenken auf Seiten des Natur- und Tierschutzes. Zu diesem Themenkomplex gibt es inzwischen eine Reihe von Studien, die sich genauer damit auseinandersetzen, welche Arten überhaupt und wie stark von der Windenergie beeinträchtigt werden.
Das Institut für Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat zum Beispiel gezeigt, dass viele Wildarten nicht durch Windkraftanlagen von ihren Revieren abgehalten werden, sondern die Nähe teilweise sogar bevorzugen.
Vögel reagieren unterschiedlich
Vögel reagieren ganz unterschiedlich auf Windkraftanlagen. Für bestimmte Vogelarten stellen Windkraftanlagen eine potenzielle Gefahr dar. Daher ist es wichtig, im Vorfeld zu klären, welche Vogelarten vorkommen und wie sie auf Windkraftanlagen reagieren. Genau dies wird üblicherweise im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht und ist Bestandteil eines Genehmigungsverfahrens. Welche Arten durch Windräder negativ beeinflusst werden, lässt sich in einer Literaturstudie des Naturschutzbunds Deutschland nachlesen. Dort sind über 180 Einzelstudien zu dem Thema ausgewertet worden.
Umwelt- und naturverträgliche Windenergienutzung
Mit dem Zusammenspiel von Windenergie und Naturschutz hat sich ausführlich der Deutsche Naturschutzring (DNR) als Dachverband vieler Umwelt- und Naturschutzorganisationen beschäftigt. Im Ergebnis wird die Windenergie positiv bewertet, wobei im konkreten Fall immer der Standort entscheidend ist. Mehr zum Projekt Wind = Kraft hier.
Zunahme von Straßen-Infrastruktur
Für die Errichtung von Windkraftanlagen müssen unter Umständen Wege geschaffen werden, was zu Baumaßnahmen und Flächenversiegelung führt. Auch wenn andere Projekte, die nicht unbedingt etwas mit der Energieversorgung zu tun haben, objektiv zu viel stärkeren Baumaßnahmen und zu Flächenversiegelung führen, ist die Empfindlichkeit bei der Windenergie häufig höher. Ein möglicher Konflikt lässt sich entschärfen, wenn in Vorgesprächen mit Gemeinden geeignete Strecken und Standorte gefunden werden. Durch den Bau von Straßen und die Befestigung von Feldwegen durch Windkraftanlagen-Betreiber entstehen allerdings auch Vorteile für Landwirte, die dadurch einen besseren Zugang zu ihren Anbauflächen erhalten. Im Zweifel gibt es immer noch die Möglichkeit, einen weitgehenden Rückbau der Wege zu vereinbaren, sobald sie nicht mehr für die Errichtung der Anlagen benötigt werden.








