Vorurteile und Fakten
Versorgungssicherheit
Vorurteil: Erneuerbare Energien können keine konventionellen Kraftwerke ersetzen, da für jede Windkraftanlage oder Photovoltaikanlage ein konventionelles Kraftwerk bestehen bleiben muss.
Fakt ist: Zwischen 2000 und 2005 sind die Stromerzeugungskapazitäten von Kohle, Erdgas, Öl und Atomenergie um rund 9 Gigawatt gesunken, während die Erneuerbaren Energien stark ausgebaut wurden. Es fand also sehr wohl ein Ersatz konventioneller Kapazitäten statt.
Die verschiedenen Erneuerbaren Energiequellen und Anlagen ergänzen sich hervorragend. Die dezentrale, großflächige Verteilung der Anlagen gleicht regionale, wetterbedingte Schwankungen aus und die Wasserkraft dient als Energiespeicher. Bei der Windenergie macht eine optimierte Anlagentechnologie das Stromaufkommen stabiler. Zudem sorgen verbesserte Windleistungsprognosen dafür, dass die Windenergie genauso in die Einsatzplanung für Kraftwerke integriert werden kann wie der schwankende Strombedarf.
Wie Erneuerbare Energien sich gegenseitig optimal ergänzen können, zeigt das Kombikraftwerk. Verschiedene Solar-, Windenergie- und Biogasanlagen werden in Verbindung mit einem Pumpspeicherkraftwerk so gesteuert, dass sie den gegebenen Strombedarf voll decken können.
Arbeitsplätze
Vorurteil: Erneuerbare Energien vernichten Arbeitsplätze, sie gefährden die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im In- und Ausland.
Fakt ist: Erneuerbare Energien sind ein Jobmotor für Deutschland. Ende 2009 arbeiten rund 278.000 Menschen in dem Bereich. Keine andere Branche kann solche Zuwächse vorweisen. Im Ausland wird immer mehr Erneuerbare-Energie-Technik "made in germany" nachgefragt, und die Hersteller und Zulieferer erzielen jährlich steigende Exporterlöse. Allein im Jahr 2009 flossen so rund 9 Milliarden Euro nach Deutschland.
Klimaschutz
Vorurteil: Erneuerbare Energien leisten nur einen unwesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.
Fakt ist: Allein im Jahr 2008 haben Erneuerbare Energien den Ausstoß von rund 115 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Gases CO2 vermieden. Das entspricht dem Ausstoß von etwa 15 Kohlekraftwerken in Deutschland. Ohne die Erneuerbaren Energien könnte Deutschland die Klimaschutzziele im Rahmen des Kyoto-Protokolls nicht erfüllen.
Kosten
Vorurteil: Erneuerbare Energien sind nur Subventionsempfänger und verantwortlich für den hohen Strompreis.
Fakt ist: Alle Energietechnologien werden oder wurden in Deutschland direkt oder indirekt gefördert. Das Umlagevolumen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) lag 2006 bei rund 3,2 Milliarden Euro. Im Gegenzug hat die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien aber Klimaschäden und konventionelle Brennstoffimporte vermieden. Zusammen mit dem Preis senkenden Effekt an der Strombörse durch das insgesamt erhöhte Stromangebot ("Merit-Order-Effekt") entstand so ein volkswirtschaftlicher Gewinn von etwa 6 Milliarden Euro. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt beträgt die EEG-Umlage im Jahr 2007 Mehrkosten von etwa 2,10 Euro im Monat beziehungsweise drei Prozent des Strompreises. Die bislang erfolgten Strompreissteigerungen lassen sich damit nicht erklären.
Voraussichtlich ab 2016 werden die Kosten dauerhaft sinken. Dann sind die meisten Erneuerbaren Energien voll wettbewerbsfähig.
Energiebilanz
Vorurteil: Die Energiebilanz von Erneuerbaren-Energien-Anlagen ist negativ.
Fakt ist: Bereits nach kurzer Betriebszeit haben die Anlagen die Energiemenge, die für ihre Produktion, Installation und Entsorgung benötigt wird, geliefert: Windenergie in 3-7 Monaten, Solarwärme in 5-15 Monaten, Solarstrom in ca. 36 Monaten. Danach liefert jede Betriebsstunde zusätzliche Energie - in der Regel mehr als 20 Jahre lang. Das Beispiel der Photovoltaik zeigt, wie wichtig es ist, weiter zu forschen und zu entwickeln. Neue Solarzellentypen, höhere Wirkungsgrade, verbesserte Herstellungsverfahren und neuartige Materialien senken die Amortisationszeit für Anschaffungskosten und Energieaufwand weiter. Mehr zu Fakten und Vorurteilen finden Sie unter www.unendlich-viel-energie.de.







