Akzeptanz

Die allgemeine Akzeptanz von Erneuerbare-Energien-Anlagen in unmittelbarer Nachbarschaft ist in Deutschland sehr hoch. Im Durchschnitt befürworten 65 Prozent der Bürger Energie aus Erneuerbaren Quellen in ihrer Region. Zudem wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien als wichtig bis außerordentlich wichtig eingestuft.
Die Akzeptanz für Anlagen zur Erzeugung von Energie aus Erneuerbaren Quellen steigt, wenn die betroffenen Anwohner bereits Erfahrungen mit Erneuerbaren Energien sammeln konnten. Im Durchschnitt steigt die Akzeptanz mit Vorerfahrung um 9 Prozentpunkte. Strom aus Erneuerbaren Quellen wird dem aus nicht regenerativen Quellen deutlich vorgezogen, vor allem, wenn die Befragten bereits Erfahrungen im Bereich der Erneuerbaren Energieerzeugung sammeln konnten.
Fast drei Viertel der Bürger fordern von Kommunalpolitikern mehr Engagement, wenn es um die Errichtung von Erneuerbare-Energien-Anlagen geht. Die Förderung der Erneuerbaren Energien über den Strompreis wird von den meisten Endverbrauchern als angemessen bewertet. Ein Viertel der Bürger empfindet die Förderung derzeit sogar als zu niedrig.

Energiebereitstellung und -verbrauch

Der durchschnittliche Energieverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts beläuft sich auf 28.000 Kilowattstunden pro Jahr. Den größten Anteil daran hat die Versorgung mit Wärme. Die Energieerzeugung in Deutschland beruht immer noch zu großen Teilen auf fossilen und nuklearen Brennstoffen. Im Jahr 2010 hatten die Erneuerbaren einen Anteil von 17 Prozent am Strommix.
In den einzelnen Bundesländern variiert der Anteil der Erneuerbaren Energien. Abhängig von geographischen Bedingungen sowie politischen Zielen werden auch verschiedene Quellen genutzt. Je nach Nutzungsintensität und –verteilung ist der Ausbau des Stromnetzes von unterschiedlicher Bedeutung in den Regionen.
Ein großer Teil der Anlagen zur Erzeugung von Energie aus Erneuerbaren Quellen liegt in privater Hand. Der Erfolg des Prinzips von Bürgerwindparks und Bürgersolaranlagen wird somit bestätigt. 2010 lag die installierte Leistung zur Stromerzeugung aus Erneuerbare-Energien -Anlagen bei 53.000 Megawatt. Im Durchschnitt hat sich zum Beispiel die Leistung einer Windkraftanlage in den letzten zwei Jahrzehnten verzwölffacht. Somit wird das Austauschen alter Anlagen durch Repowering immer wirtschaftlicher.

Wirtschaft

Beschäftigung

Die Zahl der durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien generierten Arbeitsplätze steigt kontinuierlich an. Während 1998 erst 66.600 Arbeitsplätze registriert wurden, hat sich diese Zahl deutlich vergrößert. Bis 2020 sollen 500.000 Beschäftigte in der Branche arbeiten. Die meisten Arbeitsplätze werden in den Bereichen Bioenergie und Solarenergie geschaffen.
Am Beispiel der Windenergie wird deutlich, dass sowohl direkte als auch indirekte Beschäftigungsfelder entstehen. Unter direkte Beschäftigung fällt die Produktion und Wartung der Erneuerbare-Energien-Anlagen. Ein Beispiel für indirekte Beschäftigung ist die Produktion von Materialien zur Weiterverarbeitung. Besonders im Nordwesten Deutschlands schafft die Windenergie viele Arbeitsplätze.

Kosten und Nutzen

Der durch Erneuerbare Energien entstehende Nutzen überwiegt die Kosten bei Weitem. Vor allem durch kommunale Wertschöpfung und die Vermeidung von Umweltschäden gleichen die Erneuerbaren die Kosten aus.
Die Preise für Rohöl steigen seit Jahrzehnten kontinuierlich an. Die Kosten für die Verbraucher von Heizöl und anderen Produkten schießen ebenso in die Höhe. Durch Erneuerbare Energien können Preissteigerungen vermieden werden. Außerdem steigt die Vermeidung von fossilen Brennstoffimporten mit dem stetigen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Wertschöpfung.
Die Kosten für Photovoltaikanlagen sinken kontinuierlich. Durchschnittlich zahlte man für ein Kilowatt-Peak installierter Leistung 2009 nur noch ein Fünftel des Preises von 1988. Auch die Installation anderer Erneuerbare-Energien-Anlagen wird zunehmend günstiger. Die Erneuerbaren Energien stellen außerdem einen wichtigen Faktor für Investitionen in Deutschland dar. Das Investitionsvolumen konnte in zehn Jahren verfünffacht werden.

Wertschöpfung

Pro Jahr beläuft sich die kommunale Wertschöpfung, welche durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien generiert wird, auf mehrere Milliarden Euro. Besonders die Stromproduktion trägt dazu bei Kapital vor Ort zu halten.
Da der Ausbau der Erneuerbaren Energien Schwankungen unterliegt, finden sich auch im Bereich der kommunalen Wertschöpfung Unterschiede. Die angegebenen Werte wurden für durchschnittliche Anlagen berechnet und bilden somit eine Richtlinie, die je nach den Besonderheiten vor Ort variieren können.
Steuern, Gewinne und Einkommen sind verantwortlich für die lokale Wertschöpfung durch Erneuerbare-Energie-Anlagen. Diese Wertschöpfungseffekte variieren je nach Anlagentyp und –größe. Als einfacher Grundsatz gilt: Je vollständiger die Wertschöpfungskette, desto größer der Profit für die Kommune.

Energiegenossenschaften

In Energiegenossenschaften können Bürger selbst zum Strom- und Wärmeproduzenten werden und so für eine saubere und dezentrale Energieversorgung sorgen. In den letzten Jahren wird diese Organisationsform daher zunehmend genutzt, um Erneuerbare-Energien-Projekte vor Ort zu verwirklichen - in den vergangenen drei Jahren hat sich die Anzahl der Energiegenossenschaften sogar vervierfacht.
Regional betrachtet gibt es die meisten Energiegenossenschaften in den großen Flächenländern Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Anhand der Entwicklungszahlen wird aber deutlich, dass der Trend zu mehr Energiegenossenschaften deutschlandweit gilt und nicht auf eine spezielle Region beschränkt ist.

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