Sonnenenergie

Die Sonne steht als Energiequelle unbegrenzt, umweltfreundlich und kostenlos zur Verfügung. Aus dem Sonnenlicht können Strom und Wärme gewonnen werden. Daneben ist die solare Kühlung ein innovativer Einsatzbereich der Sonnenenergie, der an Bedeutung zunimmt. Der Anteil der Sonnenenergie an der deutschen Energieversorgung ist zwar noch gering, er steigt aber kontinuierlich. In Deutschland sind rund 860.000 Solarstrom- und ca. 1,5 Millionen Solarwärmeanlage installiert. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) schafft die Grundlage, Solaranlagen wirtschaftlich zu betreiben. Es verpflichtet die Netzbetreiber, Strom aus Photovoltaikanlagen abzunehmen und zu einem festgelegten Preis zu vergüten. Kommunen haben viele Möglichkeiten, die Sonnenenergienutzung voranzutreiben.

Baurecht und Bauleitplanung
Die meisten Solaranlagen werden auf privaten Grundstücken betrieben. In der Regel ist die Installation auf oder an Gebäuden genehmigungsfrei (Ausnahme: denkmalgeschützte Gebäude). Lediglich Solarparks sind genehmigungspflichtig und erfordert einen entsprechenden Bebauungsplan. Auf den ersten Blick entziehen sich daher die meisten Solaranlagen dem kommunalen Einfluss. Tatsächlich kann aber die Bauleitplanung die Nutzung der Solarenergie und anderer Erneuerbarer Energien wesentlich befördern. Schon der Flächennutzungsplan kann entsprechende Vorgaben für neue Baugebiete enthalten, die im Bebauungsplan konkretisiert werden. Das betrifft beispielsweise die Gebäudeausrichtung und die Dachform. Alternativ oder zusätzlich sind Regelungen in städtebaulichen Verträgen möglich. Hier können weiter gehende Vereinbarungen getroffen werden als in Bebauungsplänen. Gute Erfahrungen mit der Baupflicht für Solaranlagen im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags hat z.B. die Stadt Vellmar gemacht. Gelungene Beispiele für solares Bauen in Neubau und Bestand zeigt unter anderem das Projekt „50 Solarsiedlungen“ in Nordrhein-Westfalen.

Solardachbörsen
Fehlt der Kommune das Geld für eigene Investitionen, kann sie (Dach-)Flächen an Investoren verpachten oder Bürgergemeinschaften kostenfrei zur Verfügung stellen. Letzteres haben zum Beispiel Freiburg, Berlin, Osnabrück, Gelsenkirchen oder Bremen getan. Alle in Frage kommenden Dächer sollten in einem „Dachkataster“ mit Angaben zu Neigung, Ausrichtung, Gebäudehöhe und Statik erfasst werden. Solardachbörsen gibt es heute unter anderem in Berlin, Heidelberg und Nürnberg. In Dachnutzungsverträgen werden die Bedingungen wie Mietdauer und Haftungsfragen geregelt. Bürgersolaranlagen haben den Vorteil, dass sich viele Menschen daran beteiligen können. Ein Beispiel für ein Bürgerbeteiligungsprojekt ist die Photovoltaik-Lärmschutzwand der Stadt Freising an der Autobahn A94. Unter dem Motto „Solarstrom vom Watzmann bis zum Wendelstein“ wurden in den Landkreisen Traunstein, Rosenheim und Berchtesgadener Land bereits über 50 Bürgersolarkraftwerke errichtet.

Checkliste Sonnenenergie

Für die Nutzungsmöglichkeiten der Sonnenenergie sind insbesondere folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie hoch ist die Sonneneinstrahlung?
  • Mit welchen Energieträgern kann man vor Ort rechnen?
  • Verfügt die Kommune über nach Südost bis Südwest ausgerichtete Dachflächen oder geeignete Freiflächen?
  • Sind die Dachflächen unter statischen und anderen Aspekten für die Solarenergienutzung geeignet?