Wasserkraft

Wasserkraftanlagen liefern bereits seit über 100 Jahren zuverlässig Strom. Große Anlagen mit bis zu 150 Megawatt Leistung werden in der Regel von großen Stromversorgern betrieben. Ein Ausbaupotenzial besteht in Deutschland vor allem im Rahmen der Modernisierung bestehender Anlagen. Ein prominentes Beispiel dafür ist das Wasserkraftwerk Neu-Rheinfelden. Die Kommunen sind hier vor allem im Rahmen von Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren an der Entscheidung und Ausgestaltung beteiligt.

Technische Skizze eines Wasserkraftwerks.

Kommunen betreiben meist kleinere Wasserkraftanlagen
Kommunen, Stadtwerke, mittelständische Betriebe und Privatleute betreiben meist kleinere Wasserkraftanlagen im Leistungsbereich von wenigen Kilowatt bis einigen Megawatt. Dafür reichen bereits kleine Flussläufe mit verhältnismäßig geringer Fließgeschwindigkeit aus. Ausbaupotenzial besteht in der Modernisierung bestehender Anlagen, der Reaktivierung stillgelegter Anlagen und auch im Neubau. Bei der Analyse der Wasserkraftpotenziale vor Ort können die Berichte zur EU-Wasserrahmenrichtlinie und die entsprechenden Entwicklungspläne hilfreich sein.

Neben dem möglichen Eigenbetrieb haben Kommunen Einfluss auf die Errichtung neuer oder die Änderung bestehender Anlagen im Rahmen der Genehmigungsverfahren. Dabei spielen insbesondere das Wasser- und Naturschutzrecht eine zentrale Rolle.

Wirtschaftlichkeit
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert Anlagen, die bestimmten Voraussetzungen genügen, eine Mindestvergütung. Für Wasserkraftstrom, der sich nicht nach den Regelungen des EEG einspeisen lässt, kommt auch eine Vermarktung über Ökostromanbieter in Betracht. Die Investitionskosten bei der Wasserkraft schwanken erheblich. Es kommt beispielsweise darauf an, ob eine neue Anlage gebaut oder eine alte reaktiviert oder modernisiert wird. Außerdem hängen die Investitionskosten von der Art und Leistung der Turbinen und den Gewässereigenschaften ab.

Checkliste Wasserkraft

Ob sich Wasserkraft für die Nutzung vor Ort eignet, hängt stark von den geografischen Gegebenheiten ab. Bei der Bewertung können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Gibt es vor Ort Fließgewässer?
  • Welches Gefälle, welche Fließgeschwindigkeit und Wassermenge hat das Gewässer?
  • Gibt es im Gemeindegebiet oder Nachbarorten bereits Wasserkraftanlagen?
  • Wie sind die Besitzverhältnisse bestehender Anlagen im Gemeindegebiet?
  • Haben die Anlagen schon ein hohes Alter oder sind sie gar vor Jahren stillgelegt worden? Dann lohnt sich möglicherweise eine Modernisierung oder Reaktivierung.
  • Wie ist das Gewässer aus ökologischen Gesichtspunkten zu bewerten? Welche Tier- und Pflanzenarten sind vorhanden, handelt es sich um ein Laichgebiet oder ist das Gewässer durch Schifffahrt, Trinkwassergewinnung oder andere Nutzungen bereits stark beeinflusst? Welche Planungen gibt es bezüglich der künftigen Gewässerentwicklung?