Windenergie

Die Windenergie liefert heute und auf absehbare Zeit den größten Teil des Stroms aus Erneuerbaren Energien. Es handelt sich um eine etablierte und erprobte Technik. Moderne Windräder haben meist eine Leistung von 2 bis 2,5 Megawatt und produzieren jährlich Strom für rund 1.400 Haushalte. Damit kann die Windenergie einen hohen Beitrag zur Energieunabhängigkeit leisten. Dies gilt umso mehr, wenn sie mit anderen Erneuerbaren Energien zu regionalen Kombikraftwerken verbunden wird.

Funktionsweise einer Windkraftanlage.

Kommunen weisen Flächen aus und legen Rahmenbedingungen fest
Kommunen und die Träger der Regionalplanung treffen entscheidende Festlegungen für die Windenergienutzung in Regionalplänen, Flächennutzungs- und Bebauungsplänen. Im Rahmen der Regionalplanung und der Vorschriften für das Zulassungsrecht können Kommunen die konkrete Ausgestaltung von Windenergieprojekten steuern. Sie haben auch die Möglichkeit, von sich aus geeignete Flächen für die Regionalplanung vorzuschlagen.

Die notwendigen Abstände zwischen Windenergieanlagen und Bebauung sind durch das Bundesimmissionsschutzgesetz und die dazugehörigen Verordnungen hinreichend festlegt und werden in den Genehmigungsverfahren geprüft. Das immissionsschutzrechtliche Verfahren sichert den Schutz vor Schall und Schattenwurf und bietet allen beteiligten Parteien Rechtssicherheit. Pauschal geforderte Abstände, die über die immissionsschutzrechtlichen Anforderungen im konkreten Einzelfall hinausgehen, schränken das nutzbare Windenergiepotenzial unnötig ein. So genannte Windkrafterlasse der Länder haben lediglich Empfehlungscharakter und werden den konkreten Umständen vor Ort oft nicht gerecht.

Restriktive Höhenbeschränkungen schmälern den Stromertrag und wirken sich negativ auf die Effizienz der Anlagen aus. Jeder zusätzliche Meter Nabenhöhe bringt ca. ein Prozent mehr Ertrag, weil der Wind mit zunehmender Höhe stärker und gleichmäßiger weht. Die für große Windenergieanlagen notwendige Befeuerung kann heute durch Sichtweitenmessgeräte etwa auf die Lichtstärke einer 10-Watt-Glühbirne reduziert werden.

Nutzungsmöglichkeiten hängen von geografischen Gegebenheiten ab
Inwieweit die Windenergie vor Ort eine gute Möglichkeit zur Nutzung Erneuerbarer Energien bietet, hängt von den Standorteigenschaften ab. Moderne Anlagen mit Türmen über 100 Metern ermöglichen heute die Windenergienutzung auch in Regionen, die man vor 15 Jahren noch ausgeschlossen hat. Wie stark der Wind in der Region weht, kann man anhand von Windkarten abschätzen. Diese erstellt zum Beispiel der Deutsche Wetterdienst. Für eine genaue Planung sind allerdings konkrete Gutachten erforderlich. Weitere Informationen rund um die Planung von Windenergieanlagen bietet der Bundesverband Windenergie.

Investitionen und Finanzierung
Bei gut geplanten Anlagen bzw. Windparks gewährleistet die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz die Rentabilität. Die Vergütungsgarantie über 20 Jahre sichert auch Kredite ab, die zur Finanzierung benötigt werden. Bei kommunalen Windenergieprojekten und Bürgerwindanlagen fließen die Einnahmen aus dem Stromverkauf direkt an die Gemeinde bzw. die beteiligten Bürger. Wird der Windpark von einem kommerziellen Investor betrieben, kann die Kommune zumindest mit Gewerbesteuereinnahmen rechnen.

Höhe und Zusammensetzung der Investitionskosten bei Windenergieprojekten variieren. Entscheidende Faktoren sind dabei die Größe der Generatorleistung, der Rotordurchmesser und die Höhe der Windkraftanlage. Weiterhin kommt es darauf an, ob zum Beispiel eigens für den Bau der Windenergieanlagen neue Wege und neue Leitungen angelegt werden müssen oder vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann.

Ungefähr drei Viertel der Kosten müssen für die Windkraftanlage an sich aufgebracht werden. Darin sind Transport und Montage enthalten. Zu den Investitionsnebenkosten zählen die Kosten für Grundstück, Planung, Fundament und Netzanbindung. Die durchschnittlichen Investitionskosten für ein Windrad liegen derzeit bei ca. 1.000 Euro pro Kilowatt Leistung. Bei einer gängigen 2 Megawatt-Anlage sind es also rund 2 Millionen Euro.

Windgemeinde Alzey-Land
Schon heute erzeugen Erneuerbare-Energien-Anlagen im rheinland-pfälzischen Alzey-Land mehr Strom als die 24.000 Einwohner verbrauchen. Dabei decken 38 Windkraftanlagen über 91 Prozent des Strombedarfs. Um die Windkraft verstärkt zu nutzen, möchte die Verbandsgemeinde die Flächen zur Nutzung der Windkraft erweitern und im Flächennutzungsplan entsprechend ausweisen. Auch werden die schon bestehenden Flächen der Windparks erweitert. Dadurch soll das Repowering, also das Ersetzen von alten durch neuere, leistungsfähigere Windenergieanlagen, erleichtert und die Windstromernte verbessert werden. Die Verbandgemeinde Alzey-Land ist als „Energie-Kommune“ ausgezeichnet worden.

Checkliste Windenergie

Ob die Windenergie vor Ort eine sinn- volle Option ist, hängt vor allem von den geografischen und klimatischen Gege- benheiten ab. Insbesondere folgende Fragen sind daher zu beantworten:

  • Wie sind die Windverhältnisse in welcher Höhe an verschiedenen potenziellen Standorten? Dabei spielen lokale topographische Bedingungen eine Rolle. Ist das Gemeindegebiet hügelig, gibt es größere Erhebungen, dann herrschen dort oft gute Windverhältnisse.
  • Gibt es im Gemeindegebiet bereits ältere Windräder? Ab einem gewissen Alter lohnt es sich nämlich, Alt gegen Neu zu tauschen (Repowering). Moderne Windenergieanlagenhaben eine wesentlich höhere Leistung, d.h. pro Anlage wird ein Vielfaches an Strom produziert. Dadurch kann der Stromertrag bei insgesamt weniger Anlagen deutlich gesteigert werden. Zudem sind neuere Anlagen wesentlich leiser, obwohl sie leistungsstärker sind. Funktionstüchtige Altanlagen können verkauft werden, sie sind beispielsweise in Osteuropa gefragt.
  • Gibt es im Gemeindegebiet Flächen, deren Nutzung zu Konflikten führen kann, wie beispielsweise Natur- oder Vogelschutzgebiete, Flughäfen oder militärische Standorte? Für diese bzw. die angrenzenden Flächen muss im Einzelfall geprüft werden, ob bzw. in welchen Abständen die Windenergienutzung möglich ist.

Weitere Informationen

Die Windenergie hat in den letzten Jahren enorme technische Fortschritte gemacht. Die Steigerung der durchschnittlichen Leistung neuer Anlagen wird in der Grafik verdeutlicht