Landkreis Bamberg

Der Landkreis Bamberg umfasst 36 kreisangehörige Gemeinden und liegt im Bezirk Oberfranken in Bayern. Mit ca. 145.000 Einwohnern ist das der bevölkerungsstärkste Landkreis in Oberfranken. Wald und Landwirtschaft stellen mit jeweils ca. 39 Prozent und 48 Prozent Flächenanteil die größte Raumnutzung dar. Der Landkreis Bamberg hat den Klimaschutz früh ganz oben auf die Agenda gesetzt und zum 01. Mai 2008 die Stelle eines Klimaschutzbeauftragten geschaffen. Am 23. September 2008 haben der Landkreis und die Stadt Bamberg gemeinsam die Klimaallianz Bamberg gegründet und sich das Ziel gesetzt, den Energiebedarf der Region bis 2035 zu 100 Prozent eigenständig und aus Erneuerbaren Energien zu decken. 

Bamberger Arbeitsgrundlagen 

Als eines der ersten Projekte im Jahr 2009 ließ der Landkreis Bamberg durch das Fraunhofer Institut eine „Potentialanalyse Erneuerbarer Energie“ erstellen und wurde hierfür 2009 mit dem „E.ON Bayern Umweltpreis“ ausgezeichnet. Alleinstellungsmerkmal ist der eigens eingerichtete Fachbereich Klimaschutz auf Landkreisebene. Auch die Gründung der Regionalwerke Bamberg GmbH und die Gründung der Klima-und Energieagentur Bamberg intensivierten die Umsetzung der Energiewende. Einer der nächsten Schritte im Jahr 2012 war die Erstellung eines Solarflächenkatasters für Frei- und Dachflächen im gesamten Landkreis Bamberg unter städtebaulichen Gesichtspunkten. Der 2016 erstellte Energienutzungsplan für das Gebiet aller 36 kreisangehöriger Gemeinden des Landkreis Bamberg aktualisierte zum einen die Ergebnisse der im Jahr 2009 erstellten Potentialanalyse und brachte zum anderen einen wichtigen kommunenspezifischen Katalog mit 212 Maßnahmen für die Umsetzung von Projekten in allen 36 Gemeinden als Ergebnis. 

Heizen mit Biomasse für die Schulen

Das 2013 in Betrieb genommene Biomasseheizwerk (BMHW) Scheßlitz mit einem 800 kW Heizkessel versorgt die Staatliche Realschule Scheßlitz, die Giechburgschule, die Grund-, Haupt- und Mittelschule, die Dreifachturnhalle und das Feuerwehrhaus der Stadt Scheßlitz mit Heizwärme. Das Biomasseheizwerk Scheßlitz ist eine der wenigen Anlagen, die neben Waldholzhackschnitzeln auch ressourcenschonend holziges, thermisch verwertbares Hackgut einsetzen. Das benötigte Heizmaterial von ca. 680 Tonnen jährlich besteht zu 30 Prozent aus Waldholzhackschnitzel, die von der Waldbesitzervereinigung Bamberg e. V. geliefert werden. 70 Prozent kommen aus Hackgut, dem holzigen, thermisch verwertbaren Material aus den Grüngutsammlungen der Abfallwirtschaft des Landkreises Bamberg.

Bioenergiedorf im Landkreis Bamberg

Die 279-Einwohnergemeinde Oberleiterbach im Landkreis Bamberg hat durch die Gründung einer Energiegenossenschaft die Versorgung der Ortschaft in eigene Hände genommen. Mit einer Biogasanlage und einem Biomasseheiz-Kessel werden vor Ort jährlich ca. 60.000 Liter Heizöl und ca. 10.000 kg Flüssiggas vermieden. Mittlerweile sind 52 Prozent der Haushalte in Oberleiterbach an das Nahwärmenetz angeschlossen. Der Jahresverbrauch an Wärme (850.000kW/h) wird zu 66 Prozent aus Biomasse gedeckt und der an Strom (889.000 kW/h) zu 100 Prozent.

Strom und Wärme aus der Biotonne

13.000 Tonnen Bioabfälle aus den Haushalten des Landkreises Bamberg werden in der Biogasanlage in Strullendorf vergoren und dort in Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom, der bei der Vergärung der Biomasse entsteht, wird in das Stromnetz eingespeist und die anfallende Wärme wird zu 100 Prozent von der benachbarten Gärtnerei zum Beheizen der Gewächshäuser abgenommen.

Elektromobilität im Landkreis Bamberg

Um die Energiewende ganzheitlich anzugehen, hat der Landkreis Bamberg 2015 beschlossen, jeder seiner 36 Gemeinden einmalig einen Betrag in Höhe von 2.500 Euro für die Installation einer Ladesäule in ihrem Gemeindegebiet zu gewähren. Durch diese Maßnahme konnte eine fast flächendeckende Ladeinfrastruktur geschaffen werden. So stehen derzeit in 29 von 36 Gemeinden insgesamt 33 Ladesäulen zur Verfügung. Ein 10-Punkte Plan sieht unter anderem vor mit 14 der 36 kreisangehörigen Gemeinden das E-Carsharing-Modell „e-mobil Landkreis Bamberg“ umzusetzen. Der Landrat Johann Kalb sagt: „Der Landkreis Bamberg fördert anhand eines 10-Punkte-Programms die Elektromobilität in der Region. Das E-Carsharing ist ein wichtiger Baustein, um die Bevölkerung für den Bereich der Elektromobilität zur sensibilisieren und die Mobilität in unserem Flächenlandkreis – auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung – zu stärken.“

Ausgezeichnetes Klimaschutzmanagement

Der Landkreis Bamberg hat sich in den vergangenen zehn Jahren national und international engagiert, um die Energiewende voranzutreiben. Dazu zählen auch der Austausch im Rahmen des Projekts „Eco-Regions“ mit weiteren 11 europäischen Nationen sowie die Vorstellung des Klimaschutzmanagements des Landkreises Bamberg bei einem einwöchigen Aufenthalt in Südkorea. Das Klimaschutzmanagement des Landkreises Bamberg wurde im Jahr 2016 mit dem „Bayerischen Energiepreis“ ausgezeichnet. Als erste Kommune in Bayern erhielt der Landkreis Bamberg diese Auszeichnung. 

Künftige Projekte

Auch in Zukunft wird sich der Landkreis Bamberg für den Klimaschutz stark machen, unter anderem mit folgenden Projekten:

Erstellung eines Klimaanpassungskonzepts für die Region Bamberg

Erstellung eines Energieeffizienzleitfadens für kleine und mittlere Brauereien

Umsetzung eines Ökostromtarifs für Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Bamberg

Bildergalerie

Fotos von Matthias Hoch, Rudolf Mader, Adolf Nüßlein. 

Kontakt

Landkreis Bamberg
Fachbereich 52 - Klimaschutz
Herr Robert Martin
Ludwigstraße 23
96052 Bamberg
Tel +49 951 85522
robert.martin@lra-ba.bayern.de
www.landkreis-bamberg.de

Kommunalatlas

Alle Vorreiter einer vollständigen Versorgung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland auf
einen Blick.