Rhein-Hunsrück-Kreis

Im Rhein-Hunsrück-Kreis gab es vor 15 Jahren keine nennenswerte Energieerzeugung. Annähernd der gesamte Energiebedarf musste importiert werden. Bertram Fleck, CDU-Mitglied und seit mehr als 20 Jahren Landrat im Rhein-Hunsrück-Kreis, hat die Vorteile der Erneuerbaren Energien für seine ländliche Region und die Notwendigkeit der Energiewende erkannt. „Das ist wie bei einem Tanker, ich muss jetzt bremsen um in 20 Jahren zum Stehen zu kommen“, so der Landrat.

Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien

Beim Thema Erneuerbare Energien beginnen die Augen von Landrat Fleck zu leuchten: „In wenigen Jahren werden wir Stromexporteur sein und erwirtschaften dabei 14,6 Millionen Euro kommunale Wertschöpfung pro Jahr. Andere würden von einer Win-win-Situation sprechen. Bei uns sagt man schlicht: Jeder hot ebbes davun.“  Momentan erwirtschaften die Erneuerbaren Energien mehr als 11,2 Mio. Euro im Landkreis Rhein-Hunsrück.  In Deutschland haben Erneuerbare Energien allein im Jahr 2009 rund 6,8 Milliarden Euro Wertschöpfung generiert. Anders als bei fossilen Energien bleibt der Großteil dieser Wertschöpfung im Land und fließt in Form von Einkommen, Unternehmensgewinnen, vermiedenen Brennstoffkosten sowie Steuern und Abgaben wieder in den volkswirtschaftlichen Kreislauf zurück. Den Kommunen bringt diese Wertschöpfung neuen Spielraum: Schulen werden saniert, Straßen ausgebessert, Vereine gefördert.

Genug Raum für Möglichkeiten

Vor allem der ländliche Raum ist Nutznießer solcher Entwicklungen. Denn hier stehen genügend Flächen für Windräder und Energiepflanzenanbau zur Verfügung. Neben Freiflächen im Binnenland bieten auch Waldgebiete Platz für die Errichtung von neuen Windparks. So wurden sowohl am Rande des Soonwaldes nahe Ellern und Rheinböllern als auch in Kirchberg neue Windkraftanlagen im Wald in Betrieb genommen. In Kirchberg entstand der leistungsstärkste Windpark im Südwesten Deutschlands und unterstützt den Rhein-Hunsrück-Kreis auf dem Weg in die regenerative Vollversorgung. Im ländlichen Raum werden neue Arbeitsplätze, langfristige wirtschaftliche Perspektiven und Einnahmequellen für die Kommunen meist besonders dringend gebraucht. Auch die EEG-Vergütung dient der Unterstützung kommunaler Infrastrukturen. „Früher mussten wir Strom und Wärme teuer von außen kaufen“, erinnert sich Landrat Fleck. Dabei entstanden dem Landkreis jährliche Kosten von knapp 200 Millionen Euro im Jahr allein für die Energieversorgung.

Breit aufgestellt für eine breite Wertschöpfung

Rund 1.500 regenerative Energieanlagen decken heute bereits zwei Drittel des Strombedarfs im Kreis. Und allein die genehmigten Windräder werden bald 50 Prozent mehr Strom erzeugen als verbraucht wird. Der Landkreis wird damit zum Stromexporteur. Dabei ist der vielfältige Ausbau der Erneuerbaren Energien wichtig. Gerade der Zubau von Photovoltaikanlagen ist ein wichtiger Pfeiler der kommunalen Wertschöpfung. „1999 haben wir mit den Erneuerbaren Energien angefangen und sind seither nicht mehr zu bremsen“, berichtet Fleck. Inzwischen sind die Erneuerbaren für rund 86 Vollzeitarbeitsplätze im Landkreis verantwortlich. Und das, obwohl kein einziger Produzent für die Anlagen im Rhein-Hunsrück-Kreis ansässig ist.

Volle Energie für ein warmes zu Hause

Am 21. September nahm nun auch der aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, der Rhein-Hunsrück-Entsorgung, der Verbandsgemeinde und der Stadt Simmern bestehende Nahwärmeverbund am Schulzentrum „Auf dem Füllkasten“ den Betrieb auf. In dem neuen Heizwerk wird Pflanzenmaterial wie Grünschnitt, Landschaftspflegematerial und Schwachholz mit hoher thermischer Effizienz und zugleich kostensparend genutzt. Die rheinland-pfälzische Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege meinte anlässlich der Einweihung: „Es zeichnet die Verantwortlichen in den beteiligten Körperschaften aus, dass zielgerichtet und zeitnah ein Vorhaben wie der Nahwärmeverbund „Auf dem Füllkasten" aus den regionalen Potenzialen entwickelt wurde. Dadurch kann demnächst der Wärmebedarf für insgesamt zwölf kommunale Gebäude gedeckt und die Energieversorgung des Schulzentrums langfristig auf eine sichere und nachhaltige Basis gestellt werden.“

Stand: September 2010

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Fotos: Rhein-Hunsrück-Kreis

Kontakt

Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück
Christian Keimer
Kreisverwaltungsdirektor
Tel.: 06761 82107
Mail: christian.keimer@rheinhunsrueck.de
Web: www.kreis-sim.de

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