Die Wertschöpfungskette

Jede Wertschöpfungskette besteht aus den vier Wertschöpfungsstufen: Planung und Installation, Produktion von Anlagen und Komponenten, Betrieb und Wartung, Betreibergesellschaft. Die einzelnen Stufen setzen sich wiederum aus drei Wertschöpfungseffekten zusammen: Steuern für die Kommune, Gewinne, Einkommen aus Beschäftigung. Diese können jeweils auf die Einheit (Kilowatt) der installierten Leistung einer Anlage bezogen werden. Die Wertschöpfungsstufen können in weitere Wertschöpfungsschritte differenziert werden. So setzt sich die Wertschöpfungsstufe Planung und Installation bei Windenergieanlagen beispielsweise zusammen aus den Wertschöpfungsschritten Planung, Montage vor Ort, Logistik, Fundament und Erschließung.

Anhand der Wertschöpfungskette der jeweiligen erneuerbaren Technologie lässt sich der Lebensweg einer Anlage detailliert aufschlüsseln. Bezogen auf die Wertschöpfungskette einer Windenergieanlage werden etwa die unterschiedlichen wirtschaftlichen Aktivitäten von der Anlagenproduktion über die Planung und Installation bis zur Betreibergesellschaft untersucht, welche unter anderem Fremdkapitalzinsen, Steuern und Gehälter zahlt und Einnahmen aus der Stromproduktion erzielt. An diesem Beispiel wird die Kleinteiligkeit der drei oben genannten Wertschöpfungseffekte deutlich.

Wertschöpfungseffekt 1: Kommunale Steuereinnahmen

Bei der Wertschöpfung wird aus Sicht der Kommunen zunächst zwischen der Unternehmensbesteuerung und der Einkommensteuer unterschieden. Für die Besteuerung von Unternehmen wird der aktuelle Gewerbesteuersatz angesetzt. Bei Personengesellschaften kommt die Einkommensteuer hinzu. Kommunen erheben die Gewerbesteuer in eigener Hoheit, sie ist deshalb eine der wichtigsten kommunalen Einnahmequellen. Bei unterschiedlichen Technologien greifen unterschiedliche Regelungen. So erhalten die Standortgemeinden von Windenergieanlagen üblicherweise 70 Prozent der Gewerbesteuer für einen Windpark, während an die Kommune, in der die Betreibergesellschaft ansässig ist, 30 Prozent fließen. Kommunen erhalten außerdem 15 Prozent der bundesweit erhobenen Einkommensteuer. Um zu ermitteln, wie viel Einkommensteuer an die Kommune fließt, werden branchenspezifische Durchschnittswerte für Löhne und Steuerlast der Ingenieure, der technischen Zeichner sowie des Verwaltungs- und Aushilfspersonals in der Wertschöpfungsstufe Planung und Installation herangezogen. Die Steuerzahlungen lassen sich schließlich anteilig je Kilowatt Anlagenleistung darstellen.

Wertschöpfungseffekt 2: Unternehmensgewinne

Die Gewinne in den jeweiligen Wertschöpfungsstufen werden auf Grundlage der Umsatzrentabilität in den beteiligten Unternehmen ermittelt. Die Umsatzrentabilität setzt den Jahresüberschuss eines Unternehmens ins Verhältnis zu dem in diesem Zeitraum erzielten Umsatz. Dazu werden Bilanz-Analysen durchgeführt und Jahresabschlüsse ausgewertet. Unterschieden wird außerdem zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften. Bei einer Betreibergesellschaft von Windenergieanlagen ergibt sich der Gewinn beispielsweise aus Einnahmen aus der Vergütung des eingespeisten Stroms abzüglich Betriebskosten, Kreditzinsen und Abschreibungen sowie weiteren Kosten. Die Gewinne werden jeweils im Verhältnis zu einem Kilowatt installierter Anlagenleistung angegeben.

Wertschöpfungseffekt 3: Einkommen aus Beschäftigung

Die Studie von IÖW und ZEE legt branchenspezifische Durchschnittswerte für die Einkommen auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette zugrunde. Dabei werden alle beteiligten Beschäftigten berücksichtigt. Auf Basis der durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen lassen sich die Einkommenseffekte wiederum anteilig je Kilowatt installierter Anlagenleistung darstellen. Auch die Einkommenseffekte durch die Aufnahme von Fremdkapital und die regelmäßigen Versicherungszahlungen für eine Anlage werden berücksichtigt.

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