Erdwärme macht Schule

Das TEam des mittelständischen Unternehmens Baugrund Süd steht für Erfahrung und Sicherheit

Kommunale Projekte, wie die Grundwasser-Wärmepumpe in einem Gymnasium in Buchloe, können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und zugleich die Alltagstauglichkeit von Zukunftstechnologien veranschaulichen. Hinter den regenerativen Wärmelösungen stehen oftmals heimische Mittelständler, wie die BauGrund Süd, die mit 12.000 Anlagen und 2 Millionen Bohrmetern bereits vielfach die eigene Expertise bewiesen hat.

Wärmepumpen bieten ausgereifte Technik für saubere Wärme und Kühlung. Sie zeigen, dass heizen mehr sein kann als „ein Feuer anzünden“, wie es im Duden heißt. Das knisternde Lagerfeuer liefert zwar ein romantisches und einfaches Bild für ein warmes Zuhause, es verdeckt aber den Blick auf moderne Heizungssysteme, die bei der Energiewende eine wichtige Rolle spielen. Wärmepumpen heizen ohne jegliche Verbrennung vor Ort. Sie nutzen die nach menschlichem Ermessen unerschöpfliche Energie aus Erdreich, Grundwasser und Umgebungsluft. Die Funktionsweise einer Wärmepumpe ist dabei im Prinzip identisch mit der eines altbekannten Alltagsgerätes: dem Kühlschrank. Während der Kühlschrank seinem Innenraum die Wärme entzieht und nach draußen abgibt, nutzt die Wärmepumpe die Wärme des Außenbereichs und liefert sie als Heizenergie ins Haus. Kommunen können eine Vorbildfunktion beim Einsatz von Erneuerbaren Energien in der Hausanlagentechnik leisten, indem sie Projekte umsetzen, die den Menschen die Praxistauglichkeit der neuen Technologien veranschaulicht. Gerade bei komplexen Prozessen wie der Installation einer Erdreichwärmepumpe, tritt der Klimaschutz durch eine solche Anlage manchmal in den Hintergrund. Dabei müssen Kommunen sich bei diesen technischen Herausforderungen auf die Erfahrung und das Knowhow der Projektpartner verlassen können, um das Klassenziel zu erreichen.

Landkreis Ostallgäu hat seine Hausaufgaben gemacht
Der Landkreis Ostallgäu in Bayern geht die Vorreiterrolle bei der Energiewende aktiv an. Beim Neubau für das Gymnasium in Buchloe entschied sich der Landkreis für eine Grundwasser-Wärmepumpe als Heizung. Das gesamte Projekt wurde als eine Öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) ausgeschrieben, um die Investitionssumme auf mehrere Schultern zu verteilen. Den Zuschlag für die Rolle als Generalunternehmer, der sämtliche Kosten für Planung, Bau und Betrieb übernahm und diese über eine Projektlaufzeit von 20 Jahren dem Landkreis in Rechnung stellt, übernahm die mittelständische Firma Reisch GmbH & Co. KG aus dem knapp 90 Kilometer entfernten Bad Saulgau.  Den Auftrag für die Bohrarbeiten erhielt ein anderer mittelständischer Betrieb: die Firma BauGrund Süd aus dem etwa 60 Kilometer entfernten Bad Wurzach. Der Mittelständler gehört zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der oberflächennahen Geothermie in Europa. Der Betrieb aus der Region greift auf modernste Technik sowie das Knowhow von 12.000 installierten Anlagen und 2 Millionen Bohrmetern zurück.

Professionalität schafft Sicherheit
Bei einem Projekt der Größenordnung wie in Buchloe zählt Erfahrung. Die BauGrund Süd wurde 1997 gegründet und wird seit 2009 als Tochtergesellschaft innerhalb der Weishaupt Gruppe geführt, einem Traditionsfamilienunternehmen, das neben Wärmepumpen  schon seit fast einem Jahrhundert konventionelle Heizsysteme entwickelt und baut. BauGrund Süd beschäftigt heute rund 180 Mitarbeiter, davon 30 hochqualifizierte Geotechniker. Der Maschinenpark ist auf 22 Bohrgeräte angewachsen. Hinzu kommen Service- und Transportfahrzeuge. Der Jahresumsatz erreicht 20 bis 25 Millionen Euro. Die kompromisslose Einhaltung aller Vorschriften und Sicherheitsstandards ist für die BauGrund Süd  ebenso selbstverständlich, wie tadelloses Material und Ausrüstung und ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit. Dank dieser hohen Professionalität ist das Risiko, durch eine Geothermiebohrung einen Schaden zu verursachen, äußerst gering, wie eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigt. Es liegt bei gerade einmal 0,002 Prozent. Dennoch sind Baugrundrisiken wie Arteser oder Gaszutritt bei BauGrund Süd grundsätzlich bei allen Erdsondenbohrungen durch Versicherungen abgedeckt.

Keine bösen Überraschungen durch gründliche Vorbereitung
Eine gründliche Vorbereitung ist das A und O einer erfolgreichen Bohrung. Bei Fragen rund um die Beschaffenheit des Bodens kann BauGrund Süd auf ein eigenes Archiv mit 9.000 Bohrprofilen zurückgreifen. Im Falle der Grundwasser-Wärmepumpe für Buchloe wurde außerdem ein Grundwassermodell erstellt, um etwaige Einflüsse auf das Umfeld zu untersuchen. Eine Grundwasseranalyse und ein Pumpversuch bestätigten im Vorfeld, dass der Betrieb langfristig und nachhaltig gesichert ist. Die gemessene Grundwassertemperatur beträgt rund 11 °C. Für die Grundwasser-Wärmepumpe, das Herzstück der effizienten Gebäudetechnik des Gymnasiums Buchloe, erstellte der Bohrprofi BauGrund Süd einen Förderbrunnen mit einem Durchmesser von 900 Millimetern zur Grundwassergewinnung. Über ein zweites Bohrloch, den sogenannten Schluckbrunnen, wird das Wasser wieder in das Grundwasserstockwerk eingeleitet. Im Kühlbetrieb ist eine direkte Nutzung des 11 °C-kühlen Grundwassers möglich. Im Heizfall sorgt die Wärmepumpe mit einer Heizleistung von rund 250 Kilowatt für die richtige Temperatur. Die Fördermenge beträgt bis zu 60 Kubikmeter pro Stunde.

Mit Sicherheit innovativ

Das Gymnasium in Buchloe zeichnet sich durch einen innovativen Ansatz auf mehreren Ebenen aus. Neben seiner modernen Architektur und der innovativen Wärmeversorgung besticht auch das Konzept der ÖPP. Erst, nachdem die Wärmeversorgung den Praxistest über 20 Jahre bewiesen hat, geht das Gebäude in die öffentliche Hand über. So viel Mut zur Innovation wurde prompt belohnt. Für das Bauprojekt Gymnasium Buchloe ist der Landkreis 2012 mit dem Innovationspreis PPP ausgezeichnet worden, der besonders gelungene Projekte, die in Öffentlich-privater Partnerschaft durchgeführt werden, honoriert. Die Ehrung und das bestechende Konzept lassen darauf hoffen, dass das Gymnasium in Buchloe bald in ganz Deutschland Schule macht.

Qualität mit Brief und Siegel

Bohrunternehmen können ihre Eignung hinsichtlich personeller, organisatorischer und technischer Anforderungen durch eine Zertifizierung nach den DVGW-Arbeitsblättern W 120-1+2 nachweisen. Im August 2013 ist der Teil 2 mit dem Titel „Qualifikationsanforderungen für die Bereiche Bohrtechnik und oberflächennahe Geothermie (Erdwärmesonden)“ erschienen. Als wesentlich neuer Bestandteil muss das Unternehmen ein übersichtlich dokumentiertes, leicht nachvollziehbares und entsprechend der personellen und gerätetechnischen Anforderungen umfassendes betriebliches Managementsystem (BMS) haben. Die Regelungen zum BMS treten zwei Jahre nach Erscheinen des jeweiligen Teils der W 120 in Kraft. Bereits 2014 hat das Unternehmen BauGrund Süd die Zertifizierung nach den neuen Kriterien erhalten. Das W 120-Zertifikat wird von Auftraggebern und Genehmigungsbehörden für Brunnenbauarbeiten und insbesondere im Bereich von Bohrungen zum Einbau von Erdwärmesonden als Nachweis der Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit gefordert. BauGrund Süd  geht mit dem Erdwärme-Audit des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) e. V. noch einen Schritt weiter: Um das kontinuierlich hohe Qualitätsniveau ihrer Arbeiten unter Beweis zu stellen, verpflichtet sich BauGrund Süd freiwillig dazu, jederzeit unangekündigte Überwachungen durch qualifizierte Auditoren der Zertifizierungsstellen auf ihren Baustellen zuzulassen. Mit Hilfe neuer Technologien wie markiertem Spezialbindemittel können Qualitätssicherung und Qualitätsnachweis während der Herstellung sowie jederzeit im Nachgang garantiert werden.

Autor: Alois Jäger

Alois Jäger ist Geschäftsführer der Bau GrundSüd Gesellschaft für Geothermie mbH. Die BauGrund Süd wurde 1997 als Gesellschaft für Bohr- und Geotechnik mbH gegründet. Seit 2000 heißt sie BauGrund Süd Gesellschaft für Geothermie mbH. Alois Jäger ist seit 2005 Mitglied im Vorstand des Bundesverbands Wärmepumpe e.V. (BWP)