Feste Biomasse

Feste Biomasse, überwiegend in Form von Holzabfällen aus Sägewerken bzw. Restholz aus dem Wald, wird sowohl zur Stromerzeugung als auch zur Wärmegewinnung eingesetzt. Am effizientesten wird die Biomasse genutzt, wenn die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme ausgekoppelt und nutzbar gemacht wird (Kraft-Wärme-Kopplung). Kommunen können Biomasseanlagen betreiben oder sie beliefern andere Betreiber mit kommunalem Durchforstungsholz. Einfluss auf die Errichtung von Biomasseanlagen haben Städte und Gemeinden insbesondere im Rahmen des Genehmigungsverfahrens. Um die Wärme zu den Verbrauchern zu transportieren ist der Bau von Nahwärmenetzen wichtig, für deren Errichtung die Kommune die Weichen stellt. Sie kann auch einen Anschluss- und Benutzungszwang festlegen.

Technische Skizze der Herstellung von Holz-Pellets.

Wirtschaftlichkeit hängt von Rohstoffverfügbarkeit ab
Inwieweit sich feste Biomasse vor Ort wirtschaftlich gut nutzen lässt, hängt vor allem davon ab, ob die Rohstoffe in ausreichender Menge und kostengünstig zu beschaffen sind. Typische Lieferanten sind Forstbetriebe, Sägewerke oder die Möbelindustrie. Grundsätzlich ist es umso vorteilhafter, je kürzer die Transportwege sind. Außerdem bedeutet es einen Gewinn für lokale Betriebe, wenn Rohstoffe aus der Umgebung genutzt werden. Aber auch die Frage nach Abnehmern für die Wärme ist für den wirtschaftlichen Erfolg wichtig. Es lohnt sich möglicherweise, vorab mit potenziellen Wärmenachfragern, z.B. Industriebetrieben, zu sprechen. Die FNR-Broschüre „Wege zum Bioenergiedorf“ bietet einen umfangreichen Leitfaden für die Wärme- und Stromversorgung auf Basis von Biomasse im ländlichen Raum.

Heizwerk heizt mit Landschaftspflegematerial
In der Stadt Simmern, im Rhein-Hunsrück-Kreis, ist ein Heizwerk in Betrieb, das Pflanzenmaterial wie Grünschnitt, Landschaftspflegematerial und Schwachholz mit hoher thermischer Effizienz kostensparend nutzt. Für sein Engagement ist der Rhein-Hunsrück-Kreis als „Energie-Kommune“ ausgezeichnet worden.

Checkliste Biomasse

Für die wirtschaftliche Umsetzung von Biomasseprojekten sind insbesondere folgende Fragestellungen wichtig:

  • Fällt in der Umgebung genügend feste Biomasse, vor allem Holz, an?
  • Welche Akteure könnten und würden die Anlage beliefern (z.B. Forstwirte, Sägewerke, Möbelindustrie)?
  • Sind die potenziellen Standorte verkehrstechnisch geeignet für die regelmäßigen Lieferungen?
  • Wie stark wäre die Verkehrsbelastung für Anwohner?
  • Ist ein Fernwärmenetz vorhanden bzw. besteht genügend Wärmenachfrage für Kraft-Wärme-Kopplung?

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